Aus Sicht eines Touristen ist Hawaii sicherlich recht nahe am Paradies, für die Einwohner gestaltet sich das Leben auf der Inselgruppe jedoch aus diversen Gründen weit weniger bequem. Einer davon ist, dass der Archipel im Pazifischen Ozean aus insgesamt 137 Inseln und Atollen besteht. Möchte man also kurz mal von der 7.500-Seelen-Insel Molokaʻi zum internationalen Flughafen in Honolulu auf O’ahu, kann man nicht einfach in einen Bus hüpfen, sondern muss eine Cessna besteigen. Und viele dieser Flugtaxis haben ihre beste Zeit bereits hinter sich.

So auch die Maschine mit der Registrierungsnummer N687MA, die sich am 11. Dezember 2013 mit acht Passagieren an Bord in die Luft erhob und nach gerade mal zwei Minuten Flugzeit in etwa 150 Metern Höhe einen fatalen Maschinenschaden erlitt. Den späteren Aussagen des Piloten zufolge gab es zunächst einen lauten Knall, woraufhin die Motoren ihren Dienst komplett versagten.

Notwasserung im Ozean

Dem 60-Jährigen war klar, dass es das Flugzeug nicht mehr zurück an Land schaffen würde, also ging er in den Gleitflug über und vollführte eine gezielte Notwasserung auf dem offenen Meer. Die offenbar stresserprobten Hawaiianer konnten der havarierten Cessna ohne größere Probleme entfliehen und einer davon schwamm direkt zur Küste, um Hilfe zu holen, die 80 Minuten nach dem Absturz vor Ort eintraf. Alle Passagiere und der Pilot konnten zum Teil schwerverletzt geborgen werden, einer der Fluggäste war jedoch nicht mehr am Leben. Die spätere Autopsie sollte ergeben, dass die Frau an akuten Herzrhythmusstörungen aufgrund von Hyperventilation verstorben war, bevor die Rettungskräfte eintrafen.

Die folgenden Aufnahmen, die ein erstaunlich hartnäckiger Passagier mit seinem Smartphone gemacht hat, wurden erst kürzlich veröffentlicht und demonstrieren eindrucksvoll, wie unglaublich gelassen die Inselbewohner ob der dramatischen Situation bleiben. Man sollte meinen, ein Absturz gehe einher mit Schreien, Panik und kopflosem Verhalten … auf Hawaii ist man aber offenbar Schlimmeres gewohnt.