Faszinierende Archiv-Aufnahmen: Britische Soldaten entschärfen deutsche „Murder Mine“ – Sie waren der Schrecken der zivilen und militärischen Schifffahrt, insbesondere auch während des Zweiten Weltkriegs: Seeminen. Heutigen Laien sind sie aus unzähligen Kriegsfilmen, aber auch aus Comics und Zeichentrickserien aufgrund ihrer charakteristischen Form bekannt: ein Igel aus Stahl an einer langen Kette unter Wasser. Wie diese gefürchteten Konstruktionen entschärft wurden, zeigen diese Archivbilder.

Was in Deutschland die „Tönende Wochenschau“, waren in England die Wochenschauen von „Pathé News“. Von 1910 bis 1970 berichtete das von Stummfilm-Pionier Charles Pathé begründete Netzwerk über das Weltgeschehen. So auch über diese Entschärfung einer deutschen Seemine, die während des Zweiten Weltkriegs 1940 an der englischen Ostküste angespült worden war.

Ankertau- vs. Treibmine

Im Englischen trug die Konstruktion auch den Namen „Murder Mine“, wie der offizielle YouTube-Kanal von „British Pathé“ berichtet, dem das Video entstammt. Mördermine. Ein zutreffender Begriff für eine eigentlich zweiteilige Konstruktion aus einer Art Unterwasserlore, die als Anker für den eigentlichen Sprengkörper diente – und eben diesem.

So ein Konstrukt nennt man Ankertaumine. Ohne einen solchen Anker spricht man von einer Treibmine, die dem Seegang ausgesetzt ist und die es an andere Gestade verschlagen kann. Daher müssen sich solche Sprengkörper nach internationalem Völkerrecht auch binnen einer Stunde selbst entschärfen. Dies war bei dieser Mine ganz offenkundig nicht der Fall.

Mit entsprechender Vorsicht gehen die Männer in diesen faszinierenden Archivbildern daher bei ihrer Entschärfung zu Werke.