Fall landet vor Gericht: Kündigung, weil Mann Arbeitskollegen Hose runterzieht – Merke: Ziehe einem Arbeitskollegen niemals die Hose runter! Was einige Leute nämlich als harmlosen Scherz erachten, kann jene tatsächlich den Job kosten. Genau so ein Fall wurde kürzlich vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt verhandelt.

Was war geschehen?

In der Fertigungsanlage eines Automobilherstellers in Sachsen schlich sich während der Nachtschicht ein seit 2014 angestellter Mitarbeiter an einen Leiharbeiter heran, um diesem vor versammelter Mannschaft mit einem Ruck die Hose und Unterhose herunterzuziehen.

Das Opfer der Attacke stand infolgedessen mehrere Sekunden mit entblößtem Genital der Belegschaft gegenüber, die ihren Kollegen daraufhin auslachte.

Doch der vermeintliche Ulk sollte nicht ohne Folgen bleiben:

Der Arbeitgeber kündigte dem Scherzkeks fristlos. Dieser wollte das allerdings nicht einfach so hinnehmen und brachte den Fall vor Gericht.

Zunächst entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) in seinem Sinne und befand die Kündigung für unwirksam. Das BAG hob dieses Urteil in nächster Instanz jedoch wieder auf.

Den Richtern zufolge sein ein derartiges Verhalten der „sexualbezogenen Beschämung“ ein entwürdigender Eingriff in die Intimsphäre und eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes.

Es wird sich jedoch erst noch zeigen müssen, ob die Kündigung in diesem Falle tatsächlich angemessen war, da der Fall abermals vom LAG geprüft werden muss. Ungeklärt ist nämlich noch, ob der Klagende tatsächlich die Genitalien seines Kollegen habe zur Schau stellen wollen.

Außerdem heißt es, dass eben jener Leiharbeiter ihm in der Vergangenheit ebenfalls die Hose heruntergezogen hatte.

Quelle: bild.de