Wenn man als Anwalt so richtig was zu tun haben möchte, dann lohnt es sich, für Facebook zu arbeiten. Nicht nur, dass es andauernd irgendwelche Klagen hagelt, diese sind mitunter sogar richtig kreativ. Oder genauer, die Bemessung des angestrebten Schadensersatzes. So klagte eine Frau aus Texas nun auf 123 Millionen Dollar und zieht dafür eine ganz einfache Rechnung heran.

Aber von vorne: Im Jahr 2013 entdeckte die Dame gefälschte pornographische Bilder von sich auf Facebook, die nackte Frauen und Paare beim Geschlechtsakt zeigten. Ihr Gesicht war digital eingefügt worden. Der verständliche Versuch, diese Bilder löschen zu lassen, scheiterte, da das soziale Netzwerk die Bitten der Frau ganz einfach ignorierte. Erst eine durch die Polizei eingeleitete Zwangsmaßnahme brachte den Täter an Licht: ihren Ex-Freund.

Mit einer nachvollziehbaren Wut im Bauch zog die Texanerin vor Gericht und forderte besagte Summe. Warum gerade 123 Millionen Dollar? Na ja, 10 Cent für jeden Facebook-Nutzer, der diese Bilder theoretisch hätte sehen können. Was so formuliert wieder bescheiden klingt, summiert sich entsprechend, wenn man bedenkt, dass wir hier von 1,23 Milliarden Nutzern sprechen.