Für viele gehört er zu einem guten Essen wie ein köstliches Dessert und eine appetitanregende Vorspeise: der Verdauungsschnaps danach. Insbesondere, wenn das Essen entsprechend festlich und umfangreich auffällt, beispielsweise zum nahenden Weihnachtsfest. Doch wie ist das eigentlich? Hilft der Verdauungsschnaps wirklich? Das Lebensmittel- und Verbraucherportal „Foodwatch“ ist der Sache mithilfe einer Expertin auf den Grund gegangen.

Immerhin enthalten viele Kräuterliköre schließlich Bitterstoffe, die für die Verdauung sehr wichtig sein sollen, indem sie den Magen in Bewegung halten und so das Aufschlüsseln der Nährstoffe erleichtern. Doch Alkohol lähmt und schwächt bekanntlich – kann beides überhaupt Hand in Hand gehen? „Foodwatch“-Ernährungsexpertin Alice Luttrop dazu: „Diese möglichen positiven Effekte werden durch den Alkohol im Schnaps ohnehin wieder zunichtegemacht. Denn Alkohol lähmt die Magenmuskulatur – und hemmt damit die Verdauung.“ 

Kräutertees und Spaziergänge sind besser

Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Zürich wurde von der Expertin ebenfalls erwähnt. Die Forscher untersuchten dabei die Auswirkungen von Käsefondue auf Probanden, die entweder Kräutertee, Weißwein oder zusätzlich noch einen Sherry getrunken hatten. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: je mehr Alkohol, desto schlechter die Verdauung. Daher rät die Expertin all denen, die Bitterstoffe für ihre Verdauung suchen, zu Kräutertees. Etwa zu Fenchel-Anis-Kümmel-Tee, Brennnesseltee, Pfefferminztee oder einem selbstgemachten Tee aus Wermutkraut oder gelbem Enzian.

Auch könnten bestimmte Gewürze wie Oregano, Bohnenkraut, Lorbeerblatt oder Kümmel ein Festtagsmenü verfeinern und gleichzeitig der Verdauung auf die Sprünge helfen, ebenso wie ein bitterstoffreicher Wildkräutersalat als Vorspeise, so Luttrop. Am besten für die Verdauung sei jedoch nach wie vor ein Spaziergang, der dabei helfe, den Magen zügig zu leeren. Nur übertreiben dürfe man es damit nicht, weil dem Körper sonst keine Energie für die Verdauung mehr zur Verfügung stehe.

Quelle: foodwatch.org