Kampf gegen Krebs: EU soll rauchfrei werden – Die EU-Länder haben jährlich mehr als eine Millionen Krebstote zu verzeichnen. Um diese Zahl zu verringern, soll ein umfassender Plan zur Bekämpfung der Krankheit ins Feld geführt werden. Ein wichtiger Bestandteil dessen ist es, die Raucherquote drastisch nach unten zu drücken. Und das bedeutet strengere Regeln und höhere Preise für Tabak.

Offiziellen Angaben zufolge wurde allein 2020 bei 2,7 Millionen EU-Bürgern Krebs diagnostiziert. 1,3 Millionen Menschen starben an der vielgestaltigen Krankheit. In Deutschland erlagen laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2019 rund 125.000 Männer und 106.000 Frauen den Folgen der Erkrankung, womit der Krebs hierzulande für ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich zeichnet.

Aktuell beträgt der Anteil an Rauchern in der Europäischen Union rund 25 Prozent. Geht es nach der EU-Kommission, soll dieser bis 2040 auf unter fünf Prozent sinken.

Da Tabak für 15 bis 20 Prozent aller Krebserkrankungen in der EU verantwortlich ist, sei Kommissionsvize Margaritis Schinas zufolge eine „tabakfreie Generation“ das Ziel. Um das zu erreichen, will die Kommission Produktstandards verschärfen, die Mindestbesteuerung anpassen und gegen Tabakwerbung vorgehen.

Auch die Preise für Alkohol könnten angehoben werden, um darüber den riskanten Konsum und die Krebsgefahr einzudämmen.

Da Alkohol aus Sicht der Kommission als Krebsrisiko nach wie vor unterschätzt werde, soll auch dieser in den EU-Staaten weniger preiswert und weniger verfügbar werden. Zudem möchte man entsprechende Werbung einschränken, mehr Aufklärungsarbeit in Sachen Risiken leisten und auch hier die steuerliche Lage prüfen.

Wie Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte, seien darüber hinaus Gesundheitshinweise auf alkoholischen Getränken im Gespräch.

Neben diesen Maßnahmen zur Prävention umfasst der Plan auch die Verbesserung von Behandlung und Nachbehandlung. Mit Blick auf die Tatsache, dass die Überlebenschancen in den 27 EU-Staaten sehr unterschiedlich seien, sieht ein Vorschlag vor, bis 2025 mindestens 90 Prozent der Risikogruppen für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs Früherkennungstests anzubieten. 

Darüber hinaus sollen bis 2030 90 Prozent der Patienten Zugang zu EU-weit vernetzten nationalen Krebszentren erhalten, Impfungen gegen bestimmte Krebsarten ausgeweitet und die Risikofaktoren Umweltverschmutzung, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel gezielt bekämpft werden.

Quelle: stern.de