Für viele war es zu Silvester ein ähnlich unerlässliches Ritual wie das Abbrennen des Feuerwerks: das allseits beliebte Bleigießen. Doch ab diesem Jahr ist es damit vorbei. Die EU hat den Verkauf von Bleigieß-Sets untersagt. Zum Schutz der Gesundheit der EU-Bürger muss der Brauch weichen. Ein Gesetz, das April 2018 in Kraft getreten ist, reguliert nämlich den zulässigen Bleigehalt in Produkten.

Dieser darf bei Waren, die innerhalb der EU verkauft werden, nicht über 0,3 Prozent reinem Bleianteil liegen. Da dieser sich in den meisten Bleigieß-Sets bei einem Wert jenseits der 70-Prozent-Grenze bewegt, dürfen diese nicht mehr veräußert werden. Bereits in den letzten Jahren war es zu einem deutlichen Rückgang der Verkäufe gekommen, doch für viele zählte das Bleigießen dennoch zur guten Tradition.

Ungiftige Alternativen?

Doch Blei ist giftig: Es verseucht das Grundwasser sowie Lebensmittel, schadet Menschen, Tieren und Pflanzen. Aus diesem Grund bestehen strenge Richtlinien und festgelegte Grenzwerte für das Metall. Da dieses beim Bleigießen auch noch erhitzt wird, gilt es als umso schädlicher. Denn bei der Silvestertradition schmilzt man Bleifiguren auf einem Löffel über einer Kerzenflamme.

Sobald das Blei flüssig ist, gibt man den Inhalt des Löffels in ein Gefäß mit Wasser – aus der erstarrten Metallmasse versucht man dann, Formen zu erkennen und so zu weissagen, wie das neue Jahr wird. Doch genau dieser Prozess des Bleischmelzens setzt giftige Dämpfe frei, die über die Atemwege in den Körper gelangen können. Auch durch die Berührung oder Weiterverwendung benutzter Löffel kann man sich vergiften.

Besonders Kinder sind gefährdet, da Blei schwere Wachstumsschäden des Gehirns verursachen kann. Das Umweltbundesamt rät daher dazu, auf bleifreie Alternativen umzusteigen, wenn man weiter orakeln möchte. Etwa auf Wachs-Sets, die ganz ähnlich funktionieren. Auch Zinn kann gegossen werden.

Quelle: t-online.de