Vegetarier/Veganer und Fleischesser sind seither wie Feuer und Wasser. Einer der größten Vorwürfe an Menschen, die tierische Produkte konsumieren, ist, dass sie damit die größten Tiermörder seien. Vor ein paar Tagen hatte der Blogger Felix Olschewski auf Urgeschmack.de für hitzige Diskussionen gesorgt, als er behauptete, dass beim Anbau von Getreide 25-mal mehr Lebewesen sterben als bei vernünftiger Tierzucht.

Im genauen Wortlaut schrieb er: „Der größte Irrtum vieler Vegetarier und Veganer ist, dass für ihre Ernährung niemand sterben müsse. (...) Pro Kilo nutzbaren Proteins aus Getreide werden 25-mal mehr fühlende Wesen getötet als durch nachhaltige Fleischproduktion.“ Das brachte natürlich die Veganer auf die Barrikaden und zog einen Beschimpfungssturm allererster Güte nach sich. Der Blogger wollte der Frage nachgehen, wie man sich bestmöglich ernährt.

Für die Nichttiermampfer ist solch eine Frage meist direkt geklärt – natürlich vegan oder vegetarisch. Sie essen eben kein Fleisch und damit würden für sie auch keine Ställe für Tiere gebaut, keine Lebewesen gemästet, mit LKWs transportiert oder Rinder mit Antibiotika vollgepumpt. Für sie ist klar: Wer auf Fleisch verzichtet, lebt ökologisch und moralisch korrekter.   

Laut Felix Olschewski stimmt dies nicht – Vegetarier oder Veganer machen sich was vor, wenn sie denken, einen besseren Planeten zu hinterlassen. Denn ausschließlich pflanzliche Lebensmittel zu verzehren, ist weder umwelt- noch tierschonender. Olschewski ist zwar auch gegen Massentierhaltung, sagt aber, dass sogenanntes Weidefleisch, also Rindfleisch von Tieren, die sich von Gras anstatt von Kraftfutter ernähren, deutlich weniger tote Lebewesen zu verantworten hat, als ein Veganer oder Vegetarier, der sich von normalem Gemüse ernährt.   

Denn die Alternativen zum Fleisch, also zum Beispiel Mais, Kartoffeln, Salat oder Soja, werden fast immer nur in Monokulturen gepflanzt. Und das ist ein ganz mieser Lebensraum für allmögliches Getier. Dort sterben Insekten, Mäuse und andere Nager meist qualvoll an Pestiziden und Herbiziden. Und das auch mal ein Rehkitz unter eine Erntemaschine gerät, ist keine Seltenheit. Das heißt, dass Menschen, die tote Tiere auf ihrem Mittagstisch anprangern, selbst tote Tiere zu verantworten haben. Und das um ein Vielfaches mehr als Fleischesser.

Und Olschewski belegt dies mit wissenschaftlichen Artikeln. Hinzu kommt, dass seine These nicht mal neu ist, sie nur bis heute niemand in dieser direkten Form öffentlich gemacht hat. Dies wird auch der Grund sein, wieso ihm diese Hasswelle unzähliger Veganer entgegenschlug: „Ich war selbst überrascht, wie viel Unzufriedenheit und Selbsthass offenbar in vielen besonders vegetarisch und vegan lebenden Menschen steckt." Allerdings sollte man bei der ganzen Sache beachten, dass Olschewski mit seiner These nie behauptet hat, dass Fleischessen besser sei als eine vegetarische Ernährung!

Quelle: SüdDeutsche