Es sei eine Frage der Solidarität: Rot-Grün will Feuerwerk auch in diesem Jahr einschränken – Für Böllerfreunde wird es immer enger, denn aus der Politik mehren sich Stimmen, die dem Feuerwerkstreiben an Silvester einen Riegel vorschieben wollen. So auch Hamburgs SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf, der einen Appell an die Bürger gerichtet hat.

Zwar werde der Verkauf von Feuerwerk in diesem Jahr wieder erlaubt sein, doch mit Blick auf die vollen Intensivstationen und das überlastete Pflegepersonal, sei es eine Frage der Solidarität, zum Jahreswechsel auf Feuerwerk zu verzichten oder die Nutzung zumindest einzuschränken.

Gerade Pflegekräfte seien in den letzten beiden Jahren erheblichen Belastungen ausgesetzt gewesen.

„Die Einrichtung von Zonen, in denen das Knallen von Feuerwerk untersagt ist, hat sich als wichtige Maßnahme erwiesen, um Verletzungen vorzubeugen“, erklärte Kienscherf. „Deshalb werden wir auch in diesem Jahr daran festhalten.“

In dem rot-grünen Antrag „Den Jahreswechsel 2021/2022 verantwortungsvoll feiern und Perspektiven schaffen“, über welchen noch in der Bürgerschaft abzustimmen ist, wird deshalb abermals gefordert, die Bereiche um die Binnenalster und den Rathausmarkt zur feuerwerksfreien Zone zu machen. Diese solle außerdem um weitere Bereiche im City-Umfeld ausgeweitet werden.

Weitere Einschränkungen seien in Hamburg rechtlich nicht umzusetzen, es wird aber auf Bundesebene bereits darüber beraten, ob Ländern künftig mehr Kompetenzen und Spielraum hinsichtlich der Einführung von Regeln an Silvestern eingeräumt werden sollte.

So äußerte Dominik Lorenzen, Vorsitzender der grünen Bürgerschaftsfraktion, zwar Verständnis für den Wunsch der Menschen, das Neujahrsfest mit Feuerwerk zu feiern, wies aber auch darauf hin:

„Zugleich mehren sich aber auch Bedenken – wegen verängstigten Tieren, vielen Schadstoffen und Müllbergen sowie Verletzten in Notaufnahmen.“

Im Frühjahr sollen dann Alternativen für ein verantwortungsvolles Feiern im City-Bereich geprüft werden.

„Für das Silvesterfest 2022/23 wollen die Regierungsfraktionen außerdem eine feuerwerksfreie Jahreswechselveranstaltung im Hafen- oder Innenstadtbereich prüfen lassen, die auf nachhaltige Alternativen wie etwa Laser oder Drohnen setzt“, wie es heißt.

Vonseiten der Opposition gab es prompt Kritik. So erklärte CDU-Justizexperte Richard Seelmaecker laut „Bild“: „SPD und Grüne haben ein mangelndes Freiheitsverständnis, wollen uns ständig zwangsbeglücken. Statt den Menschen die Freiheit und Freude zu nehmen, sollen Moralisten doch um 0:00 Uhr in den Keller gehen und dort ,Jahresendwechsel*in' feiern.“

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dennis Gladiator, ergänzt: „Erneut grüßt der moralinsaure rot-grüne Silvester-Zeigefinger.“

Ihm zufolge sei das Vorhaben eben nicht pragmatisch: „Vielmehr ist es der fadenscheinige Versuch – im Zusammenhang mit angeblichen Erfahrungen der Corona-Pandemie – den Hamburgerinnen und Hamburgern den Spaß am Silvesterfeuerwerk durch die Hintertür zu nehmen.“

Quellen: bild.de , hamburg.de , mopo.de