Es kann mehrere Gründe geben: Mediziner erklärt die morgendliche Erektion – Männer kennen die Situation: Aufwachen mit einer morgendlichen Erektion, salopp Morgenlatte genannt. Tatsächlich passiert das Ganze nicht nur früh morgens, sondern ereignet sich während einer achtstündigen Schlafdauer gleich mehrfach. Drei bis fünf Mal kommt es dazu. Die morgendliche Erektion soll angeblich Signal gesunder Fortpflanzungsorgane sein – doch welche Funktion erfüllt sie? Dafür kann es gleich mehrere Gründe geben.

Das Portal „LADbible“ berichtet über einen Artikel bei „The Conversation“, welcher von Sergio Diez Alvarez verfasst wurde, seines Zeichens medizinischer Direktor des „Maitland and Kurri Kurri Hospital“ der Universität von Newcastle. Alvarez wörtlich in seinem Artikel: „Nächtliche Peniserektionen treten während des REM-Schlafs (Rapid Eye Movement) auf (der Phase, in der wir träumen). Sie erfolgen, wenn bestimmte Bereiche des Gehirns aktiviert sind.“

Weiter erläuterte der Experte:

„Der Schlaf besteht aus mehreren Zyklen von REM- und Nicht-REM-(Tief-)Schlaf. Während des REM-Schlafs kommt es zu einer Verschiebung des dominanten Systems, das aktiviert wird. Wir wechseln von der Stimulation des Sympathikus (Kampf und Flucht) zur Stimulation des Parasympathikus (Ruhe und Verdauung).“ Alvarez zufolge kommt es dabei zu einer Antwort des parasympathischen Nervensystems, die wiederum in einer Erektion resultiere. So findet man(n) die Morgenlatte vor, weil man eben meist aus dem REM-Schlaf erwacht.

Ein weiterer Grund für die Erektionen seien die Testosteron-Niveaus. Alvarez: „Testosteron, das morgens am höchsten ist, erhöht nachweislich auch die Häufigkeit nächtlicher Erektionen.“ Ein Faktor, der sich nicht auf erotische Stimuli auswirke: „Interessanterweise wurde festgestellt, dass Testosteron keinen großen Einfluss auf visuelle erotische Reize oder phantasieinduzierte Erektionen hat. Diese werden in erster Linie durch das 'Belohnungssystem' des Gehirns gesteuert, das Dopamin ausschüttet.“

Es gebe eine dritte Funktion, über die Experten noch debattieren:

Alvarez zufolge könnte die Morgenlatte auch ein Hinweis des männlichen Körpers sein, dass er Wasser lassen muss. Tatsächlich wird beobachtet, dass die Erektion abflaut, sobald Männer morgens ihre Blase leeren. So fügte der Experte hinzu: „Es ist wahrscheinlicher, dass die morgendliche Erektion darauf zurückzuführen ist, dass das unbewusste Gefühl der vollen Blase Nerven stimuliert, die zur Wirbelsäule führen, und diese reagieren direkt mit einer Erektion.“

Ebenso gilt als diskutabel, ob die nächtlichen Erektionen wirklich verantwortlich für die Gesundheit des männlichen Fortpflanzungsapparats oder Gradmesser dieser sind. Manche Studien legen „LADbible“ zufolge die Vermutung nahe, dass das plötzliche Ausbleiben der Morgenlatte ein Anzeiger bestimmter Krankheiten wie etwa Diabetes, erektiler Dysfunktion oder schwerer Depressionen sein könnte.

Wer also merkt, dass vergleichsweise schlagartig über Nacht nichts mehr passiert, sollte vielleicht einen Urologen aufsuchen.

Quelle: ladbible.com