Entwurf durchgesickert: UK will wohl gesetzliches Rauchalter anheben – Nahezu weltweit hat sich die Politik den Kampf gegen durch das Rauchen ausgelöste Erkrankungen, Kosten für die Gesundheitsversorgung und letztlich wohl vermeidbare Tode auf die Fahnen geschrieben. Nun plant ein europäisches Land, in den nächsten Gang zu schalten: Im Vereinigten Königreich möchte man demnach das gesetzliche Mindestalter für das Rauchen anheben.

Dies ergeht aus einem Bericht des „Telegraph“, auf den sich „LADbible“ beruft. Demnach werde ein entsprechender Entwurf in den kommenden Wochen veröffentlicht werden, welcher von Gesundheitssekretär Sajid Javid in Auftrag gegeben worden sei. Dieser sehe vor, das legale Raucheralter von 18 auf 21 anzuheben, so die Tageszeitung. Der „Telegraph“ will demnach von einer Quelle aus britischen Regierungs- und Amtssitzen an der Downing Street Widerspruch zu der Reform vernommen haben.

Premierminister Boris Johnson ist demnach nicht der Auffassung, dass das rechtliche Alter für das Rauchen erhöht werden sollte.

Die Regierung erachte 18 als das Alter für mündige Verantwortlichkeit. Gesundheitssekretär Sajid Javid gilt als Reformator, nicht nur in Sachen Richtlinien für die Tabakindustrie. Der Verfasser des Entwurfs und frühere CEO der Kinder-Wohltätigkeitsorganisation „Barnardo’s“, Javed Khan, hatte bereits früher bestätigt, dass er eine rechtlich bindende Anhebung des Mindestalters für das Rauchen empfehle. Im März sagte er gegenüber der „Times“:

„Wir denken ernsthaft über das Verkaufsalter nach. Sehen Sie sich nur die Erfahrung mit Covid an: Massenmarketing hat eine große Wirkung, es funktioniert tatsächlich. Die Regierung hat sich mächtig ins Zeug gelegt, und das hat einen enormen Unterschied bei den Impfraten bewirkt.“ 

Der Entwurf von Javed Khan sieht nicht nur eine Änderung des gesetzlichen Mindestalters für das Rauchen vor:

Demnach sollen die Profite von Unternehmen der Tabakindustrie mit weiteren Steuern belegt werden. Sollte der Entwurf Realität werden, könnten die zusätzlichen Einnahmen für die britische Regierung 700 Millionen Pfund jährlich bedeuten, umgerechnet 827 Millionen Euro. Dem Entwurf zufolge sollen die Gelder dazu dienen, Kampagnen zu unterstützen, die beim Aufhören mit dem Rauchen helfen, entsprechende Werbung zu finanzieren und Raucher über die Gesundheitsämter mit E-Zigaretten-Geräten zu versorgen.

Das „Dampfen“ wird von den englischen Gesundheitsbehörden als valider Weg betrachtet, mit dem Rauchen aufzuhören oder den Konsum zu vermindern. Javid selbst war Raucher, hat damit 2021 aufgehört, als er Gesundheitssekretär wurde, wie „LADbible“ berichtet. Er ermunterte die Menschen, die „Macht der Familien“ zu nutzen, um den Unterschied in Gesundheitsfragen zu machen. Dabei erinnerte er an einen Moment, bei dem sein Vater auf die dringliche Bitte seiner Mutter mit dem Rauchen aufgehört habe.

Sajid Javid wörtlich:

„Als ich etwa fünf Jahre alt war, war mein Vater Raucher. Ich erinnere mich, dass ich am oberen Ende der Treppe stand und ein Gespräch zwischen meiner Mutter und meinem Vater mitbekam, in dem sie sagte: 'Wenn du stirbst, haben deine Jungs keinen Vater mehr', und er hat nie wieder geraucht.

Diese Art von Intervention ist mächtiger, als die meisten von uns sich vorstellen können. Wir müssen die Macht der Familien anerkennen, wenn es darum geht, etwas in der Gesundheitsfürsorge zu bewirken, sei es bei der Bekämpfung der Drogensucht oder bei der Behandlung von Depressionen – es gibt keine stärkere Motivationskraft als die Familie.“

Quelle: ladbible.com