Entlassung: Bankerin löscht aus Rache 20.000 Kunden-Dokumente – Es ist fraglos immer ein mieses Gefühl, seinen Job zu verlieren. Aber letzten Endes muss man lernen, auch solchen Niederlagen mit Würde zu begegnen. Oder man dreht aus Wut vollkommen durch, so wie eine Bankangestellte aus New York, die sich für ihren Rauswurf rächte, indem sie über 20.000 digitale Kundendokumente über den digitalen Jordan schickte.

Weshalb die New York Credit Union der in Teilzeit arbeitenden Juliana B. kündigte, ist nicht bekannt. Aber was auch immer der Grund war: Sie war eindeutig nicht damit einverstanden.

Zwei Tage nach ihrem Weggang loggte sich Juliana nämlich über einen privaten Rechner in ihren alten Arbeits-Account ein und richtete innerhalb von nur 40 Minuten ein absolutes Chaos an. Den Gerichtsunterlagen zufolge löschte sie per Fernzugriff über 20.000 Dokumente und 3.500 Verzeichnisse vom Dateiserver der Bank.

In der Anklage heißt es, dass insgesamt 21,3 Gigabyte Daten vernichtet worden seien.

Die Ex-Bankerin verfolgte bei ihrem Rachefeldzug offenbar keinen besonderen Plan und löschte Hypothekenanträge von Kunden ebenso wie Dateien, die zur Sicherung des Systems vor Erpressungstrojanern dienten. Darüber hinaus griff B. auch auf interne Dokumente wie Vorstandsprotokolle zu.

Den Ermittlern zufolge schrieb sie fünf Tage später einem Freund per SMS:

„Sie haben mir meinen Zugriff nicht entzogen, also habe ich den Dateiserver gelöscht lol.“

Klingt nicht unbedingt nach Reue, B. hat die Tat aber mittlerweile gestanden. Fraglich bleibt, weshalb sie überhaupt noch Zugriff auf die Daten hatte, nachdem sie das Unternehmen verlassen musste. Laut der Bank war ein IT-Dienstleister damit beauftragt worden, ihr die Zugriffsrechte zu entziehen.

Ganz offensichtlich war dieser Job jedoch nicht erledigt worden. Abgesehen davon wirft das Ausmaß des Zugriffs, welchen die Bank der Teilzeitangestellten eingeräumt hatte, kein gutes Licht auf deren IT-Sicherheit.

Entsprechend groß ist nun der Schaden:

Zwar sieht es danach aus, als existierten für die meisten Dokumente Sicherungen, für die Wiederherstellung der Daten fielen laut dem Unternehmen jedoch Kosten in Höhe von über 10.000 Dollar an – umgerechnet etwa 8.500 Euro.

„Mit ihrer kleinlichen Racheaktion hat Frau B. nicht nur ein Sicherheitsrisiko für die Bank dargestellt, sie hat auch den Kunden empfindlich geschadet, die auf die Anträge und ihre Genehmigung zum Hauskauf nun länger warten müssen“, wird ein FBI-Beamter vom Gericht zitiert.

„Ein solcher Insider kann mehr Schaden anrichten als Kriminelle.“

Quelle: stern.de