Russischer Eigenbau: Tüftler baut Mini-Dampflok und gibt Vollgas – Wohl jeder Eisenbahn-Enthusiast, der eine nennenswerte Menge an Dioramen und Landschaften in seinem Keller hat, träumt davon, selbst am Steuer eines Zuges zu sitzen. Selbst wenn es „nur“ eine Schmalspurbahn ist. Ein Mann aus Russland hat genau das getan – der Eisenbahnfan hat sich eine eigene Schmalspurbahn auf seinem Land gebaut, inklusive Mini-Lokomotive.

Pavel Chilin heißt der Mann, der diesen dampfgewordenen Traum realisiert hat. Bereits vor zehn Jahren begann Pavel mit der Konstruktion, anfangs noch als Hobbyprojekt. In seiner Heimat, der Siedlung Ulyanovka in der Region 30 Kilometer nördlich von Sankt Petersburg, kennt man Pavel daher auch.

Ursprünglich wollte er geschlagenes Holz und Material mit der Bahn fahren, weil er es müde war, das Zeug herumzuschleppen

Dafür sollten die Schienen sein. Die Idee der eigentlichen Lokomotive kam erst später, wie er in einem Interview erläuterte. Acht Jahre arbeitete er mit der Hilfe eines Freundes und seiner Nachbarn an der kleinen Dampfmaschine, mit der er nun herum tuckert. Auch eine Brücke über sumpfiges Gelände musste gebaut werden. Die Spurweite der Bahn liegt bei 300 Millimetern – laut diesem Bericht die Spurweite, die russische Schützengraben-Züge im Zweiten Weltkrieg hatten.

Die Kinder in der Region lieben den kleinen Zug, mit dem Pavel sie durch die Gegend kutschiert. Pavels Privat-Eisenbahn ist 1,3 Kilometer lang und hat insgesamt drei Brückenabschnitte, von denen der breiteste acht Meter misst. Die Mini-Lok ist eine Kopie einer Version aus dem Zweiten Weltkrieg, knapp drei Meter lang, wiegt ungefähr 800 Kilogramm und braucht ca. zwei bis drei Stunden, bis der Dampfdruck im Kessel steht.