Ein Operationssaal ist sicherlich der letzte Ort, an dem man mit einer spontanen Gitarrensession rechnen würde. Erst recht, wenn der Musiker der Patient ist, an dessen offenem Hirn gerade herumgeschnibbelt wird, während er sein Ständchen darbietet. Und doch werden wir im folgenden Video Zeuge genau einer solchen ungewöhnlichen OP. Während Ärzte versuchen, den Tumor im Hirn von Robert Alvarez zu entfernen, spielt dieser auf der Akustikgitarre „Creep“ von Radiohead. Und das aus einem verdammt guten Grund.

An Robert wird eine sogenannte „Wachkraniotomie“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen neurochirurgischen Eingriff am Hirn, bei dem der Patient nach der Öffnung seiner Schädeldecke vorübergehend geweckt wird. Die schmerzempfindlichen Bereiche bleiben dabei betäubt, das Gehirn selber verfügt allerdings über keinerlei Schmerzrezeptoren. Tatsächlich kann man eine Nadel in das Gehirn pieken, ohne dass man den Stich bemerken würde.

Auf diese Art und Weise kann der Patient aktiv dabei mitwirken, die Bereiche des Gehirns zu lokalisieren, die essentiell für Funktionen wie Sprechen, Laufen oder eben Gitarrespielen sind. Die Ärzte nennen dies „Brain Mapping“. Das senkt das Risiko deutlich, dass eben jene Hirnareale beim Entfernen des Tumors beeinträchtigt oder gar beschädigt werden, was eine dauerhafte Behinderung nach sich ziehen könnte.

Laienhaft formuliert, spielt und singt Robert also, um sicherzustellen, dass er dies auch nach der Operation weiter wird tun können. Und wie wir sehen, sollte dies am Ende auch gelingen. Die OP verlief äußerst gut und erfolgreich, so dass die Ärzte des MD Anderson Cancer Center gut 90 Prozent des Tumors entfernen konnten, ohne dass dies einen negativen Einfluss auf Roberts musikalisches Talent gehabt hätte.

Quelle: mdanderson.org