Mit einem Online-Werbespot sorgt dieser Tage die Einzelhandelskette Edeka für Aufsehen und erntet Kritik – allerdings auch für enorme Aufrufzahlen. Der Spot zum Muttertag feiert auf YouTube große Erfolge und wurde bereits über eine Million Mal angeklickt (Stand 08. Mai, 14.00 Uhr). Bis dato hat er über 30.000 Dislikes (Daumen nach unten) gesammelt – Tendenz steigend.

Der Spot fängt klassisch an und scheint in die zu Feiertagen beliebte Kitsch-Schiene einzusteigen: schwarz-weiß gehalten, Tränendrüsen-Klaviermusik aus dem Off. Dazu erzählt eine Kinderstimme, wie dankbar sie für einen Menschen ist, der ihr immer zuhört, immer für sie da ist. Parallel dazu laufen Bilder von Vätern, die auf ganzer Linie versagen, unfähig sind, mit Küchengeräten umzugehen oder ihren Töchtern die Haare versauen.

YT-Nutzer: „Hetz-Video“, „Gehe ich eben zu Aldi“

Ein seltsamer Kontrast aus Text und Video, der am Ende aufgelöst wird, wenn die Kinderstimme es salopp auf den Punkt bringt – sie hatte nie den Vater gemeint: „Danke Mama, dass du nicht Papa bist.“ Ein Spot, der Edeka jede Menge PR bringen dürfte – nur ist es eben keine gute. Dies spiegeln die Reaktionen in der YouTube-Kommentarsektion nur allzu deutlich wider.

Dort schreibt etwa ein Nutzer: „Danke an alle Familienväter, die sich jeden Tag den Allerwertesten für ihre Familie aufreißen. Malochen gehen, Haus/Wohnung in Schuss halten, sich um ihre Kinder kümmern und sich für nichts zu fein sind. Danke lieber Gott, dass es alternative Einkaufsmöglichkeiten zu Edeka gibt.“

Edeka nennt seinen Werbespot „Wir sagen danke“– bleibt die Frage, ob die Kunden diesen Muttertagsdank auch als solchen ansehen. Bislang sieht es nicht danach aus – denn unter den Kritikern des Videos sind auch viele Frauen.