Experten warnen: Auch Hybrid-Zigaretten und das „Dampfen“ von elektrischen Zigaretten geben Schadstoffe an die Raumluft ab. Diese können vor allem für Kinder gefährlich sein. Denn mit Wasserdampf haben die ausgestoßenen Substanzen nichts zu tun. Die sogenannten Aerosole sind chemische Cocktails aus den Hauptbestandteilen Propylenglykol und Glycerin sowie den entsprechenden Aromastoffen, mit denen der Dampf nach Früchten oder Limonade schmeckt und riecht.

Doch bislang haben sich nur wenige Studien mit diesem Dampf beschäftigt. Eine davon stammt vom Landesgesundheitsamt in Bayern und konstatiert: Nach zweistündigem Konsum von E-Zigaretten konnten in der Umluft nicht nur das krebserregende Formaldehyd, sondern auch der als Allergen bekannte Benzylalkohol sowie Nikotin festgestellt werden. Das Propylenglykol stellte dabei im Anteil die größte Verunreinigung der Raumluft dar. Es wird auch zur Herstellung von Disco- und Theaternebeln verwendet.

Studienautor Wolfgang Schober dazu: „Propylenglykol und weitere Substanzen im Aerosol von E-Zigaretten wirken augen- und atemwegsreizend.“ Eine kanadische Studie von 2005 wies nach, dass Menschen, die dem Disconebel-Stoff öfter ausgesetzt sind, mit höherem Risiko für Atemwegsreizungen und Lungenfunktionsstörungen behaftet waren. Schober: „Die ultrafeinen Flüssigkeitspartikel, die aus übersättigtem Propylenglykoldampf gebildet werden, dringen bis in die tiefen Regionen der Lunge vor und können die Lungenfunktion beeinträchtigen und Entzündungsprozesse hervorrufen.“

Dampfen nur noch draußen? 

Eine andere Studie wurde von Wissenschaftlern während einer Werbeaktion für E-Zigaretten durchgeführt, bei der sehr viele Leute zeitgleich „dampften“. Das Fazit der Experten: Die Raumluft war von ähnlich vielen Bestandteilen durchsetzt wie die Luft in einer vollbesetzten Raucherkneipe. Die Partikel sollen dabei zumindest in kultivierten Lungenzellen sowie bei Labormäusen Entzündungsreaktionen hervorrufen. Insbesondere bei Kindern können derart feine Partikel die Entwicklung der Lunge negativ beeinflussen – eine Mindestkonzentration, ab der dies der Fall ist, ist nicht bekannt, schon kleinste Mengen können beeinträchtigend wirken.

Schober ist überzeugt: „Gesundheitsrisiken sind bei langfristiger Passivdampfbelastung insbesondere für Kinder, Schwangere und Personen mit Atemwegserkrankungen möglich.“ Geht es nach den Experten, sollten E-Zigaretten nicht in Räumen benutzt werden – so das Fazit von Kathrin Schaller von der Stabstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg: „Der Nichtraucherschutz sollte auf E-Zigaretten ausgeweitet werden. […] Wenn E-Zigaretten-Rauch in Räumen erlaubt würde, würde auch der Schutz vor herkömmlichem Rauch wieder geschwächt, weil beides ähnlich aussieht.“ Auch eine psychologische Wirkung sieht Schaller, Ex-Raucher könnten ermutigt werden, wieder zu rauchen.

Quelle: rheinpfalz.de