Die Zeiten, in denen Rauchen als cool galt, sind längst vorbei. Der Trend geht ganz klar zur Entwöhnung und immer mehr Tabak-Konsumenten versuchen sich am Ausstieg aus der Sucht. Einfach so mit dem Rauchen aufzuhören, klappt jedoch nur in den seltensten Fällen, weshalb viele zur E-Zigarette greifen. Bei der Frage, ob Vaporisieren tatsächlich eine geeignete Methode sei, um gänzlich rauchfrei zu werden, sind sich die Experten allerdings noch uneins.

Fakt ist, dass E-Zigaretten derzeit boomen. Alleine in Deutschland ist der Umsatz in den letzten sieben Jahren von fünf auf 600 Millionen Euro gestiegen. Dies ist sicherlich nicht zuletzt auch der Hoffnung vieler Raucher geschuldet, endlich vom zunehmend teureren und hochgradig schädlichen Tabak wegzukommen.

Einer englischen Studie zufolge, die kürzlich im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, stehen die Chancen dazu gut. Laut der Ergebnisse gelang langjährigen Rauchern, die gewillt waren, das Rauchen zu beenden, der Ausstieg über die E-Zigarette doppelt so häufig wie jenen, die es mit Nikotinersatzstoffen versuchten.

Experten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) stehen der Studie allerdings skeptisch gegenüber.

Prof. Dr. Rainer Hambrecht, Vorsitzender der DGK-Projektgruppe Prävention, erklärt: „Bei der Bewertung der Ergebnisse darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Mehrzahl der Probandinnen und Probanden der E-Zigaretten-Gruppe langfristig nicht auf das Rauchen verzichtete, sondern 80 Prozent der E-Zigarette treu blieben. Die meisten Patientinnen und Patienten sind also auf die E-Zigarette umgestiegen, ein wirklicher Ausstieg bzw. eine vollständige Abstinenz erfolgte nicht.“

Kollege Prof. Dr. Harm Wienbergen warnt zudem: „Bedenklich ist hierbei vor allem, dass bislang keine fundierten Ergebnisse über die Langzeitfolgen von E-Zigaretten vorliegen, es gibt allerdings erste beunruhigende Hinweise auf ernste Spätschäden durch E-Zigaretten.“

Eine US-amerikanische Studie bremste erst kürzlich die allgemeine E-Zigaretten-Euphorie aus, nachdem sich gezeigt hatte, dass der Konsum von nikotinhaltigen Liquids der E-Zigaretten Auswirkungen auf die Bonchialepithelzellen hat, wie sie sonst nur bei von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) Betroffenen beobachtet werden.

Die American Heart Association warnt zudem seit Anfang des Jahres in Form einer Pressemitteilung offiziell davor, dass der Konsum von E-Zigaretten eine deutlich erhöhte Rate von Schlaganfällen und Herzerkrankungen mit sich bringt.

Von daher fordern die Kardiologen eine stärkere bundesweite Regulierung des Verkaufes und der Bewerbung von E-Zigaretten. Insbesondere, um Kinder und Jugendliche zu schützen, sei ein Tabakwerbeverbot, das E-Zigaretten einbezieht, dringend erforderlich. Laut den Experten seien E-Zigaretten-Raucher schlechte Vorbilder für Jugendliche, die bekanntermaßen besonders empfänglich dafür sind, E-Zigaretten zu konsumieren und darüber nachweislich auch eher zur konventionellen Zigarette greifen.

Quelle: esanum.de