Die enorme Bandbreite an Aromen für E-Zigaretten-Liquids könnte eine Gefahr für das Gefäßsystem des menschlichen Körpers darstellen. Dies legt eine neue Untersuchung nahe, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Sie erschien im „Journal of Arteriosclerosis, Thrombosis and Vascular Biology“ und wies nach, dass die Geschmacksstoffe der Liquids direkten Schaden an den Blutgefäßen anrichten.

Für die Untersuchung nahmen Wissenschaftler der Universität von Boston verschiedene Experimente vor. Sie untersuchten die Endothelzellen, also die Gefäßwand-Zellen, von Menthol- und Standardrauchern sowie von Nichtrauchern. Dabei ergab sich, dass die Raucher-Zellen eine Schlüsselfunktion schlechter ausführten: die Produktion von Stickstoffmonoxid. Dieses farblose Gas erweitert die Blutgefäße.

Nichtraucherzellen, die man mit Menthol und Euthenol behandelt hatte, einer Chemikalie, die einen nelkenöl-ähnlichen Geschmack erzeugt, verhielten sich ähnlich wie Raucher-Zellen. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden die Endothelzellen nun auch mit Liquiden behandelt. Neun Geschmacksstoffe, darunter verbreitete wie Menthol, Vanillin und Cinnamaldehyd (Zimt), wurden für maximal 90 Minuten auf die Zellen aufgebracht. Diese Stoffe waren vorher auf dem Hitzegrad einer E-Zigarette verdampft worden.

Keine sichere Alternative zu Kippen

Bei vollständiger Bedampfung über 90 Minuten – etwas, das im Dampfer-Fall niemals in dieser Dauer vorkäme, wie die Studie betont – starben die Zellen direkt. Doch auch bei kurzer Bedampfung senkten die Liquide den Stickstoffmonoxid-Ausstoß wie bei normalen Zigaretten und lösten zudem Entzündungen aus:

„Unsere Studie lässt vermuten, dass die Geschmacksstoffe in Tabakprodukten und E-Zigaretten alleine oder in Abwesenheit anderer Verbrennungsprodukte oder -Bestandteile Gefäßverletzungen verursachen kann“, so das Fazit der leitenden Autorin Jessica Fetterman, Assistenzprofessorin für Medizin an der Universität Boston.

Fetterman zufolge seien dies aber noch keine konklusiven oder finalen Ergebnisse, weitere Studien müssten sich genauer mit Langzeitauswirkungen des Dampfens befassen, es sei noch gar nicht geklärt, welche Stoffe von der Lunge in den Blutkreislauf gelangten, man könne bei E-Zigaretten keineswegs schon von einer „sicheren Alternative“ zu Zigaretten sprechen.

Quelle: gizmodo.com