Geht es nach dem britischen Ärzteverband, ist die E-Zigarette eine Art Märtyrer, der sich zwar nicht der saubersten Mittel bedient, mit seiner Methode am Ende jedoch viele zu retten vermag. Das Royal College of Physicians aus London spricht davon, dass man auf diese Art und Weise die Schäden des Rauchens auf unsere Gesellschaft radikal reduzieren kann, und von einer Gelegenheit, die genutzt werden sollte.

Natürlich seien E-Zigaretten gesundheitlich nicht unbedenklich, allerdings dürfte man im Zuge des Langzeitkonsums lediglich auf fünf Prozent der Schäden kommen, welche das herkömmliche Rauchen verursacht. Das ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da E-Zigaretten Untersuchungen zufolge nahezu ausschließlich von aktiven oder ehemaligen Rauchern verwendet würden. Der Konsum von aufgeheizten und verdampften Liquiden sei also eine brauchbare und vor allem deutlich verträglichere Alternative zum Tabak!

Die Leute rauchen wegen des Nikotins, und sie sterben wegen des Teers.“

Ein Zitat des Mediziners Mike Russel aus dem Jahr 1976, und ein sehr treffendes. Denn die Droge Nikotin ist als solches kaum schädlich. Die Karzinogene, das Kohlenmonoxid und die Tausende weiterer bei der Verbrennung entstehender Gifte im Tabakrauch dagegen schon! Deshalb raten die Forscher allen stark Nikotinabhängigen in aller Form zur E-Zigarette als weniger giftige Nikotin-Quelle.

Peter Hajek, einer der führenden britischen Experten für Tabakabhängigkeit und Entwöhnung, äußert sich euphorisch:

Wir hatten noch nie etwas, das auch nur annähernd so vielversprechend im Kampf gegen den Tabakkonsum gewesen wäre.

Hierzulande ist man indes zurückhaltender und mahnt weiterhin zur Vorsicht. So wisse man nicht, ob die angeblich harmlosen E-Zigaretten über kurz oder lang nicht doch zum Tabakkonsum führten. Zudem ist problematisch, dass viele Betroffene neben der E-Zigarette weiterhin auch normale Zigaretten konsumierten. Solange man seinen Tabakkonsum aber nicht gänzlich auf null reduziere, sei der gesundheitliche Effekt marginal. Beispielsweise sinke die Sterblichkeit erst, wenn man ganz mit dem Rauchen aufhöre.