Die Weltkommission für Drogenpolitik legt den Regierungen aller Nationen nahe, das Thema Drogenkonsum und -Handel nicht länger kriminellen Elementen zu überlassen. Sämtliche Aspekte des Rauschgifthandels müssten politisch kontrolliert sein, so Ruth Dreifuss, Präsidentin der internationalen Organisation und ehemalige Schweizer Bundespräsidentin.

Das „Ende der Verbotspolitik“ sei ein notwendiger Schritt. In Mexiko hatte die Weltkommission einen aktuellen Bericht vorgelegt. Aus diesem geht hervor, dass rund 250 Millionen Menschen weltweit Drogenkonsumenten sind. Das Fazit der Analyse: „Es gibt eine Nachfrage nach Drogen und wenn diese nicht mit legalen Mitteln befriedigt wird, wird sie vom illegalen Markt befriedigt werden.“

Es sei Verantwortung der Regierungen, sich damit auseinanderzusetzen. Dreifuss bezeichnete die Tatsache, „dass Substanzen, die Drogen genannt werden, nicht unter staatlicher Kontrolle stehen“ als „außergewöhnlich“ – gerade angesichts von Alkohol- oder Tabakprodukten, die entsprechend reglementiert seien. Durch staatliche Kontrolle sinke vor allem das Risiko für Nutzer, unkontrollierbaren Wirkstoffarten und -dosen ausgesetzt zu sein.

Drogen, die unter strengen Verboten hergestellt würden, seien in der Regel sogar stärker in der Wirkung, konstatiert der Bericht – laut der Weltkommissions-Präsidentin liefere dieser zwar kein Patentrezept für die Regierungen, wie eine Regulierung um- und durchzusetzen sei, greife aber sämtliche zu beantwortenden Fragen für einen solchen Schritt auf.

2011 wurde die Weltkommission für Drogenpolitik ins Leben gerufen. 22 Mitglieder umfasst das Gremium, in dem etwa neben Nobelpreisträgern und Unternehmern auch zwölf ehemalige Staats- und Regierungschefs sitzen.

Quelle: zeit.de