Drogen-Skandal an Hamburger Gymnasium: Lehrer feiern Marihuana-Party in Schule – Wenn man von einem Drogen-Skandal an einer Schule hört, schießen einem unweigerlich Bilder von Schülern durch den Kopf, die heimlich in der Toilette dealen oder rotzevoll dem Unterricht beiwohnen. Im Falle des Hamburger Gymnasiums „Kaiser-Friedrich-Ufer“ hat jedoch das Kollegium einen ganz dicken Bock geschossen.

Es begann zum letzten Schultag vor den Sommerferien damit, dass bei der Polizei eine Meldung wegen Ruhestörung einging. Die Beamten trafen gegen zwei Uhr Nachts an der Schule im Stadtteil  Eimsbüttel ein, und tatsächlich brannte darin Licht und es waren Geräusche zu hören. In der Annahme, dass es sich um einen Einbruch handeln könnte, forderten die Polizisten vor Ort Verstärkung an und umstellten das Gebäude.

Wie sich herausstellte, feierte ein Teil der Lehrerschaft eine wilde Party

Das Problem dabei: In der zu einer Disco umfunktionierten Aula fanden die Beamten neben diversen alkoholischen Getränken auch ein Tütchen Marihuana und zwei angerauchte Joints.

Laut der „Bild“ waren die an der Party beteiligten Lehrer zudem vor der Polizei auf die Dachkuppel des Gebäudes getürmt, wo es ebenfalls verdächtig nach Marihuana roch. Eine der Lehrerinnen soll sich gegenüber den Beamten außerdem unkooperativ verhalten haben.

Der „Welt“ zufolge, die zuerst über den Vorfall berichtet hatte, war die Musik- und Lichtanlage anlässlich einer vorangegangenen Abschlussfete aufgebaut gewesen. Als das offizielle Fest dann vorüber gewesen war, hatte die Lehrergruppe einfach eine Spätschicht eingelegt und munter weitergefeiert.

Insgesamt nahm die Polizei die Personalien von 15 Lehrern auf

Aufgrund der Drogenfunde wird nun wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Zudem war die Feier von Seiten der Schulleitung nicht genehmigt gewesen.

Der Rektor der Schule, Arne Wolter, ist entsprechend entsetzt über diesen Vorfall und betonte gegenüber der „Bild“: „Hier werden dienstrechtliche Konsequenzen folgen. Ich habe kein Verständnis für Drogen.“ Eine derart ausartende Party in der Schule zu feiern, sei unverantwortlich.

Auch die Schulbehörde tobt

Der „Welt“ sagte Behördensprecher Peter Albrecht: „Die Vorfälle, so sie sich bestätigen, verurteilen wir auf das Schärfste. Von Lehrkräften und Schulleitungen erwarten wir, dass sie sich vorbildlich verhalten. Alkoholkonsum oder Drogenkonsum in der Schule sind vollkommen undenkbar. Auch nächtliche Feiern in einem Schulgebäude zu privaten Zwecken sind nicht zulässig.“
 
Die Lehrer, die an der Party teilgenommen hatten, werden von Seiten der Behörde nun „zu den näheren Umständen dieser seltsamen Feier“ befragt. „Sollten sich auch nur einige der zahlreichen Vorwürfe bestätigen, dann hat das selbstverständlich personalrechtliche Konsequenzen. Dazu prüft die Schulbehörde bereits jetzt disziplinarrechtliche Schritte.“

Quelle: t-online.de