Diskriminierung: Mann fordert Umbenennung der Mohren-Apotheken – In der Gesellschaft herrscht eine Debatte darüber, wie rassistisch der Begriff „Mohr“ ist. Tatsache ist: Der Kölner Student Jamal Coulibaly empfindet den Begriff jedenfalls als schmerzhaft – er verlangt, dass die „Mohren-Apotheken“ den Begriff aus ihrem Namen streichen.

In manchem Straßennamen findet sich das Wort noch, ebenso wie bei vielen Apotheken. Früher zierte ein Maskottchen mit dieser Bezeichnung Produkte des Schokoladenunternehmens Sarotti. Auf öffentlichen Druck gaben im Laufe der Zeit einige Apotheken nach, änderten ihren Namen etwa in den letzten Monaten.

Aufgeladener Begriff

Dem Term selbst wohnt eine kolonialgeschichtliche Brisanz inne – ursprünglich stammt das Wort aus dem Alt- und später Mittelhochdeutschen. Es trägt mögliche griechische und lateinische Wurzeln, geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das griechische „mauros“ oder lateinische „maurus“ zurück – dieses Wort wiederum bedeutete ursprünglich „Bewohner Mauretaniens“ oder eben „Maure“. Heute wird dieser Erklärungsansatz debattiert.

Die griechischen Wortstämme mauros und amauros könnten ebenfalls eine Rolle spielen: Das Wort mauros bedeutet braun oder schwarz, der Term amauros drückt etwas aus, das undeutlich, schattenhaft oder dunkel ist. Im späteren Mittelalter wurde der Begriff des „Mohren“ dann mit der Dunkelheit der Hölle, dem Teufel in Verbindung gebracht, seine Dimension noch negativer aufgeladen.

„Das tut schon weh.“

Diese unzweifelhaft negativen Dimensionen des Begriffs stehen heute im Zentrum erbitterter gesellschaftlicher Debatten. Der Student Jamal Coulibaly jedenfalls stößt sich an dem Wort, gab gegenüber dem RTL-Format „Punkt 12“ an: „Im deutschsprachigen Raum dient das M-Wort seit Jahrhunderten als Bezeichnung für Schwarze, die in der Kolonialzeit durch Weiße verschleppt und versklavt wurden. Wenn man wie ich als Schwarzer tagtäglich an so einer Apotheke vorbeiläuft, das tut schon weh.“

Das bereits einige der Apotheken eine Namensänderung vorgenommen haben, genügt Jamal Coulibaly nicht. Er verlangt, dass sämtliche „Mohren-Apotheken“ ihren Namen noch in diesem Jahr ändern, den Begriff aus ihrem Namen streichen. Der 24-Jährige betonte in dem Gespräch mit dem Sender, es gebe noch in „nahezu jeder größeren Stadt eine Mohren-Apotheke.“

Sensibilisierungsabsichten

Vielen Menschen sei schlichtweg nicht klar, dass der Begriff ebenso rassistisch und beleidigend sei wie das „N-Wort“, so Coulibaly. Wie er auf Instagram betonte, gehe es ihm ausdrücklich nicht um ein Verbot: „Meine Absicht ist nicht, Leuten den Mund zu verbieten, sondern ein Umdenken anzuregen und zu sensibilisieren.“

Quelle: stern.de