Die Staatsanwaltschaft ermittelt: Kindergruppe solle Schweinswal förmlich „totgestreichelt“ haben – Nachdem eine Gruppe Unbekannter den Tod eines Schweinswals am Ostseestrand zu verantworten haben soll, haben sich nun Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Die Tiere sind in Deutschland streng geschützt, was die Touristen allerdings nicht zu stören schien

Laut einer Pressesprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft soll der Schweinswal nah an den Strand vor Grömitz geschwommen sein, woraufhin mehrere Erwachsene den Meeressäuger einkesselten und festhielten, um ihn an der Wasseroberfläche zu halten. Die Personen riefen dann mehr als zwanzig Kinder zu sich ins Wasser, welche das gefährdete Tier festhielten, umarmten und streichelten.

Kurz darauf soll der Schweinswal immer schwächer geworden und schließlich verendet sein

Der Sprecherin zufolge habe eine Sektion des Tieres zwar ergeben, dass es an Herz- und Lungenwürmern gelitten habe, allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass es durch den intensiven Kontakt mit den Menschen verendet sei.

Von daher wird seitens der Wasserschutzpolizeistation Fehmarn und der Lübecker Staatsanwaltschaft nun wegen des Verdachts einer Straftat nach § 71 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ermittelt.

Nach dieser Vorschrift ist es unter Strafe verboten, wildlebenden Tieren der streng geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Gemäß § 71 Abs. 1 BNatschG wird vorsätzliches Handeln mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, Fahrlässigkeit mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Außerdem warnen die Behörden vor sogenannten Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die von Viren, Bakterien, Pilzen, Protozoen und anderen Parasiten verursacht und wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können.

Zeugen des Vorfalls am 9. Juli werden von daher gebeten, sich bei der Wasserschutzpolizei Fehmarn zu melden: telefonisch unter der Rufnummer +49 (0) 43 71/5030860 oder via E-Mail an: [email protected]