Die falsche Oma erwischt: Enkel rettet Großmutter vor Betrüger – Manchmal ist das beste Motiv für ein „An-den-Falschen-geraten“-Meme das Leben selbst. Das musste kürzlich ein Verbrecher am eigenen Leib erfahren, der den Fehler machte, eine arglose Seniorin betrügen zu wollen. Die hatte jedoch einen Enkel, der damit so ganz und gar nicht einverstanden war.

Es begab sich an einem Montag im nordrhein-westfälischen Essen, als es bei Irmgard R., einer Frau von stolzen 101 Jahren, an der Tür klingelte. Davor stand ein Mann, 42 Jahre alt, der sich als Mitarbeiter der städtischen Wasserwerke ausgab – und prompt Zutritt zur Wohnung verschaffte.

Dort steuerte er direkt das Schlafzimmer an. Und zwar nicht auf der Suche nach Wasserschäden, sondern nach Wertgegenständen, um die er Irmgard auf räuberische Weise zu erleichtern plante.

Was der Räuber nicht wusste: Thomas R., der Enkel der Dame, war nur kurz weg

Der 38-Jährige wollte nämlich einen Erdbeerkuchen holen, und als er zurückkam, war ihm sofort klar, was der angebliche Mitarbeiter vom Wasserwerk im Schilde führte.

Gegenüber der „Bild am Sonntag“ erzählte er später: „Als ich in die Wohnung kam, kam Oma mir mit dem Mann aus dem Schlafzimmer entgegen.“ Der Verbrecher stammelte noch etwas von einer tropfenden Leitung, darauf Thomas:

„Du kommst aus dem Schlafzimmer. Aber da gibt’s kein Wasser!“

Als der Mann daraufhin zu flüchten versuchte, kam es zu einer Rangelei im Hausflur, bei welcher der Ganove das Nachsehen hatte. Der Enkel nahm ihn in den Schwitzkasten, woraufhin beide die Treppe herabstürzten und der Räuber sich die Nase brach.

Zeugen kamen Thomas zur Hilfe, sperrten die Haustür ab und benachrichtigen die Polizei. Diese fand den Verbrecher mit blutverschmiertem Gesicht und weinend auf der Straße vor dem Haus sitzend vor. Sie nahmen den Mann mit aufs Revier.

Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ soll es sich bei dem Mann um einen gewissen Giovanni H. gehandelt haben, der schon seit einiger Zeit von der Polizei gesucht wird und nun in U-Haft sitzt.

Oma Irmgard geht es glücklicherweise gut. „Der hätte mich umbringen ¬können“, betont sie, ist aber gleichzeitig stolz auf ihren Thomas. „Mein Enkel ist mein Held. Der Thomas passt gut auf mich auf.“

Der wiederum erklärt: „Der Verbrecher hat bei der falschen Oma geklingelt.“

Zwar hat sich der tapfere Enkel bei dem Treppensturz an den Rippen verletzt, aber für ihn zählt nur: „Das Wichtigste ist, dass Oma nichts passiert ist.“

Und diese weiß nun: „Ich mache keinem Fremden mehr die Tür auf.“

Quelle: bild.de