Freigang unter Strafe verboten: Deutsche Stadt ordnet monatelangen Hausarrest für Katzen an – Als Halter von Freigänger-Katzen muss man generell starke Nerven haben. Eben jene liegen im baden-württembergischen Walldorf aber nun wohl auch noch blank, wurde dort doch beschlossen, dass Katzen bis Ende August nicht mehr aus dem Haus dürfen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen.

Hintergrund ist der Schutz von Haubenlerchen, welche in der Region in diesem Zeitraum Brutzeit haben. Der Bestand dieser Vögel ist in Europa sehr gefährdet, in den aktuellen Roten Listen in Baden-Württemberg und in Deutschland wird die Lerchenart in die höchste Gefährdungskategorie „Rote Liste 1“ eingestuft und gilt damit als vom Aussterben bedroht.

Freigänger-Katzen gelten als die größte Bedrohung der Haubenlerchen, denn die Vögel nisten vorrangig in Bodennähe. 

Laut der Verfügung komme es mit Blick auf die Seltenheit der Art auf das Überleben eines jeden einzelnen Jungvogels an, weshalb Katzen ab sofort Hausarrest haben.

Betroffen ist zwar nur der südliche Teil des Ortes im Rhein-Neckar-Kreis, dafür soll die Verfügung aber bis zum Jahr 2025 vom 01. April bis einschließlich 31. August jährlich wiederholt werden.

Halten sich Katzenbesitzer nicht an den Erlass, drohen Bußgelder in Höhe von 500 Euro. Tötet eine Katze eine Haubenlerche, wird sogar ein Bußgeld von 50.000 Euro fällig.

Zwar können Katzenbesitzer eine Ausnahme beantragen, dann muss allerdings anhand von GPS-Daten nachgewiesen werden, dass das entsprechende Tier sich nicht in dem zu schützenden Bereich herumtreibt.

Katzen dürfen außerdem das Haus verlassen, wenn Besitzer sie an einer maximal zwei Meter langen Leine führen.

Fraglos dürfte die neue Regelung viele Katzenbesitzer und vor allem auch Samtpfoten, die an den Freigang gewöhnt sind, vor eine große Herausforderung stellen. Betroffene sollten von daher viel Mühe darauf verwenden, für ihre nunmehr wortwörtlichen „Haustiere“ den Freiheitsentzug so angenehm wie möglich zu machen.

Ideal wären viele Klettermöglichkeiten in Haus oder Wohnung, Kratzbretter, Spielzeug und natürlich auch ein geeignetes Katzenklo.

Ebenfalls mitbringen sollte man viel Geduld, Verständnis und ein dickes Fell, wenn die Katzen lauthals ihren Freigang einzufordern versuchen. Verständlich machen wird man ihnen die neue Situation freilich nicht können, sich aber wohl mit ihnen beschäftigen, um im Katzen-Lockdown zumindest keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Quellen: stern.de , rhein-neckar-kreis.de