Was viele befürchtet haben, hat sich erfüllt: Die Gespräche zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn sind am Wochenende glorreich den Bach runter gegangen. Konkret bedeutet das für uns: Es stehen neue Streiks bevor.

Was an sich schon schlimm klingt, bekommt nun eine Dimension, die über die letzten Streik-Eskapaden zwischen Bahn und Lokführern vor etwas mehr als zwei Wochen weit hinausgehen wird. Wie die Bild aus Gewerkschaftskreisen erfahren haben will, wird der nächste Ausstand satte 91 (!) Stunden dauern. Richtig gelesen, knapp vier Tage könnte diesmal der Fahrbetrieb zum Erliegen kommen – für die unter uns, die auf die Bahn als Pendler oder Reisende angewiesen sind, eine mehr als bittere Pille.

Das neueste Tarifmodell, das der DGL von der Bahn in diversen Gesprächsrunden unterbreitet worden war, platzte bei seiner finalen Besprechung am Sonntagabend – weil die DGL sich plötzlich um 180 Grad drehte und den Vorschlag verwarf. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber dazu: „Eine gute Zukunftslösung ist erneut an reinen Machtfragen gescheitert. So verhält sich kein verlässlicher Verhandlungspartner.“

Die Gewerkschaft verlangt 5 % mehr Lohn im Jahr und kürzere Arbeitszeiten – etwas, das sie nicht nur für Zugführer durchsetzen will, sondern auch für das Begleit- und Rangierpersonal. Deren Vertretung ist aber bereits durch die Gewerkschaft EVG abgedeckt – und die Bahn sieht nicht ein, mehrere Tarifabschlüsse in Konkurrenz hinzunehmen.