Deutsche Bahn: GDL kündigt 5-Tage-Streik an – Im Zuge eines erneuten Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) müssen sich Bahnreisende erneut auf Zugausfälle und Verspätungen bei der Deutschen Bahn einstellen. Wie GDL-Chef Claus Weselsky am gestrigen Tag ankündigte, wird der nunmehr dritte Streik im laufenden Tarifstreit der bisher längste werden.

Der Streik wird vom 2. September bis zum 7. September dauern und den Personenverkehr betreffen

„Das ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen, und zwar absichtlich“, so Weselsky. „Da die bisherigen Arbeitskämpfe – jeweils 48 Stunden im Personenverkehr – offensichtlich keine Wirkung auf den Vorstand der Bahn erzielt haben.“

Die Bahn wiederum hält den Arbeitskampf für durch nichts gerechtfertigt. Personalchef Martin Seiler dazu: „Der GDL-Spitze geht es ausschließlich darum, ihre Macht auszuweiten – und das zulasten der Reisenden und der Wirtschaft.“

Im August waren große Teile des Fern-, Nah- sowie des Güterverkehrs bereits zwei Mal von Streiks lahmgelegt worden. Über Notfallfahrpläne konnten gerade mal 30 Prozent des Fernverkehrs aufrechterhalten werden, im Regionalverkehr waren es immerhin noch 40 Prozent.

Zwar ist die Bahn grundsätzlich zu der geforderten Lohnerhöhung von 3,2 Prozent bereit, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt, als es die GDL verlangt.

Zudem fordert die Gewerkschaft bessere Arbeitsbedingungen, während die Bahn auf eine längere Laufzeit des Tarifvertrages pocht. In Sachen Corona-Prämie zeigt sich der Arbeitgeber verhandlungsbereit, eine konkrete Zahl wurde aber noch nicht genannt.

Aus Sicht der Bahn lägen Angebot und Forderung nicht weit auseinander, weshalb man die GDL auffordert, rasch an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Diese befindet sich jedoch auch noch im Konkurrenzkampf mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mit welcher die Bahn im Zuge der Corona-Krise 2020 einen Sanierungstarifvertrag beschlossen hatte.

Die GDL hatte diesen als unzureichend abgelehnt

Um die Folgen des anstehenden 5-Tage-Streiks zumindest etwas abzufedern, bietet die Deutsche Bahn Reisenden an, ihre Fahrkarten während des Streikzeitraumes flexibel nutzen zu können, ihre Reisen vorzuziehen oder bis zum 17. September zu verschieben. Eine Erstattung des Ticketpreises ist ebenfalls möglich.

Derzeit geht man davon aus, im Fernverkehr rund ein Viertel des Fahrplans abdecken zu können, im Regionalverkehr um die 40 Prozent. Die Deutsche Bahn bittet aber ausdrücklich:

„Wer kann, sollte seine Reise auf die Zeit vor oder nach dem Streik verschieben.“

Quelle: bild.de