Deutlich Teurer: Ikea hebt die Preise an – Schon vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Corona-Pandemie weltweite Lieferketten stark beeinträchtigt. Mit den Kriegsparteien sind nun aber auch noch wichtige Holzlieferanten ausgefallen, was sich in zum Teil deutlich höheren Kosten für Möbel niederschlägt.

Betroffen davon ist natürlich auch der Einrichtungs-Titan Ikea, der entsprechend kräftig an der Preisschraube dreht.

Die erhöhten Kosten für Einkauf, Transport und Energie, die Ikea als Begründung anführt, hätten einem Artikel der „Bild“ zufolge für einen Anstieg der Preise von bis zu 131 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geführt – so konkret im Falle des Bettgestells „Nesttun“.

Klassiker wie das Bücherregal „Billy“ oder der Kleiderschrank „Pax“ kosten nun 53 Prozent, beziehungsweise 50 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Vonseiten Ikeas wurden die Anpassungen im Einzelnen nicht kommentiert, man ließ in Form einer schriftlichen Stellungnahme lediglich verlautbaren, nicht umhingekommen zu sein, die Preise für Teile des Sortiments anzupassen.

Den größten Teil der Kostensteigerungen in der weltweiten Lieferkette haben man zuvor außerdem selbst aufgefangen und fallenden Preise direkt an die Kunden weitergegeben, sobald sich die Lieferketten stabilisiert und die Lagerbestände verbessert hätten.

Aktuell seien weitere Preissteigerungen jedoch nicht auszuschließen.

Ikea betont: „Nichtsdestotrotz sind auch wir nicht immun gegen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, wie deutlich gestiegenen Einkaufspreisen, nicht nur für unser Sortiment, sondern auch für Energie und Transport.“

Auch in anderen Möbelhausketten habe es laut dem Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) deutliche Preissteigerungen gegeben. Wie BVDM-Präsident Markus Meyer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, seien die Abgabepreise der Möbelfabriken auf breiter Front um 20 bis 30 Prozent gestiegen.

Engpässe gebe es vor allem in Sachen Polsterschäume und Holz, zudem stehe die Industrie in direkter Konkurrenz zu Herstellern von Pellets. Erschwert werde die Lage durch weggebrochene Importe aus Russland und Belarus, was den Preis für europäisches Holz in die Höhe haben schießen lassen.

Nach Einschätzung des Verbandes habe der Möbelhandel im Jahr 2022 nominal einen hohen einstelligen Umsatzverlust verkraften müssen, der sich aus der großen Unsicherheit der Kundschaft hinsichtlich der drohenden finanziellen Belastungen durch die Energiekrise genährt habe.

Meyer deutlich: „Unsicherheit ist für uns das Schlimmste.“

Ein Nachholeffekt wie im Falle der Corona-Jahre ist bislang ausgeblieben. Die Nachfrage habe sich erst im November wieder halbwegs stabilisiert, sei aber noch weit vom Vorkriegs-Niveau entfernt.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind die Preise für Leuchten, Geräte und Haushaltszubehör im Jahr 2022 inflationsbedingt um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Quellen: tag24.de , bild.de