Der Mensch aus dem All: DNA-Bestandteile in Meteoriten nachgewiesen – Der Ursprung des Lebens auf der Erde, darüber diskutiert und forscht man seit Menschengedenken. In den letzten Jahren gingen Forscher vermehrt der Frage nach, ob das Leben auf dem Blauen Planeten sogar nur deswegen entstehen konnte, weil Meteoriten aus dem All die benötigte DNA auf die Erde brachten.

Beweise für diese Theorie fehlten – bis jetzt. Denn Forscher haben nun in Meteoritenresten alle DNA-Bausteine gefunden. Sind wir also alle irgendwie Außerirdische auf diesem Planeten? Blickt man in der Erdgeschichte zurück, wurde vor 3,9 Milliarden Jahren, schnell nach der Entstehung, schlichtes einzelliges Leben gebildet.

Beweise fehlten – bis jetzt

Die Forscher vermuteten, dass die Entwicklung der Einzeller beschleunigt wurde – und zwar durch „Material“ aus dem Weltall. Laut deren Theorien haben sich kosmische Moleküle in Staub sowie Gesteinsbrocken vermehrt, die dann via Meteoriten oder Kometen auf die Erde gelangt sind. Darin sollen sich dann sogenannte Nukleobasen befunden haben, Bestandteile der uns bekannten DNA und RNA.

Bereits im Februar 2022 veröffentlichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Astronomie in einer Studie, dass sich komplexe Moleküle durchaus im Weltraum bilden können. Beweise, dass sich dabei zwei ganz bestimmte Nukleobasen bilden können, fehlten jedoch. Die Rede ist von Cytosin und Thymin, ohne die der Bau von DNA und RNA nicht möglich wäre.

Eine bahnbrechende Entdeckung

Eine bahnbrechende Entdeckung machte nun jedoch das Forschungsteam um Yasuhiro Oba von der japanischen Universität Hokkaido. Es veröffentlichte nämlich eine Studie im Fachblatt „Nature Communications“, in der es davon berichtet, alle fünf Nukleobasen aus drei Meteoritenproben extrahiert zu haben. Heißt: Alle Bestandteile – Guanin, Adenin, Uracil, Cytosin und Thymin – die für die Bildung von DNA und RNA unabdinglich sind, wurden in Meteoriten gefunden.

Somit bekommt die Theorie, die Entstehung des Lebens könnte aus dem All eingeleitet worden sein, neues ernstzunehmendes Futter. Ein Forscher der Studie: „Unsere Untersuchungen zeigen, dass es in Meteoriten eine große Vielfalt an Nukleobasen gibt.“ Co-Autor Danny Glavin vom Goddard Space Flight Center der NASA sagte zum Ergebnis der Studie:

„Wir haben damit jetzt den Beweis, dass der komplette Satz an Nukleobasen, der heute in Lebewesen vorkommt, schon zur Zeit der Lebensentstehung auf der Erde verfügbar gewesen ist.“

Quelle: nationalgeographic.de