Nein, das folgende Video ist beileibe nicht neu, allerdings nach wie vor aktuell. Tatsächlich ist es fast schon zu einem Internet-Klassiker avanciert, den jeder kennen sollte, der Geldautomaten nutzt. Es zeigt nämlich, wie ein gewisser Ben Tedesco bei seinem Urlaub in Wien an einem eben solchen einen sogenannten Skimmer entdeckt; ein Gerät, das den  Magnetstreifen einer EC-, Bank- oder Kreditkarte auslesen und kriminellen Banden zugänglich machen kann.

Wir wollen mit diesem Artikel keine neue Panik schüren, sondern einfach nur eure Sinne für diese perfide Form des Diebstahls etwas nachschärfen. Bens Video bietet dafür das perfekte Anschauungsmaterial. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass er ziemlich viel Glück hatte, da sich der Skimmer in diesem Falle durch hervorstehende Klebereste ziemlich eindeutig selber verrät. Geht nun bloß nicht davon aus, dass jeder Aufsatz derart dilettantisch angebracht wurde. Erst recht nicht, nachdem der Clip seinerzeit viral ging.

So funktioniert der Datenklau

Zur Erklärung: Skimmer sind Geräte, die von Kriminellen an die Einzugsschlitze und inzwischen auch in die Öffnungen der Geldautomaten montiert werden. Sind die Daten der Geld-Karten erst einmal ausgelesen und gespeichert, beziehungsweise per Funk übermittelt worden, kann der Magnetstreifen einer leeren Karte beschrieben und ein Klon erstellt werden, mit dem die Täter sich an anderen Automaten irgendwo in dieser Welt an eurem Konto gütlich tun können. Eine winzige Kamera – wie sie Ben erst später bemerken sollte – späht den notwendigen PIN aus. Auch gefälschte Tastenfelder sind eine übliche Praxis.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, ist an den meisten Automaten in Europa Geldabheben nur noch mit Karten möglich, die über einen Smartcard-Chip verfügen. Viele Geräte verfügen mittlerweile zudem über einen Störsender oder erkennen Skimming-Module sogar und schalten sich selber aus. Da im Rest der Welt jedoch noch überwiegend Automaten im Dienst sind, denen der Magnetstreifen plus Pin vollkommen ausreicht, ist die Gefahr eines Datendiebstahls, und damit einhergehend ein leergeräumtes Konto, aber leider nach wie vor präsent.

Was tun?

Achtet von daher beim Geldabheben immer genau auf Objekte, die am Geldautomaten oder in seiner Nähe angebracht sind, und auf Hinweise wie eine leichte Verfärbung eines Kartenlesers oder ein Tastenfeld, das neuer aussieht als der Rest des Geräts. Untersucht den Geldautomaten im Zweifelsfall genau, rüttelt ruhig am Kartenleser und drückt übertrieben fest auf das PIN-Tastenfeld. Sollte euch etwas verdächtig vorkommen, etwa dass sich die Karte nur ungewöhnlich schwer einschieben lässt, vertraut auf euer Bauchgefühl!

Nutz überdies am besten nur Automaten innerhalb von Banken oder in gut ausgeleuchteten öffentlichen Bereichen. Diese lassen sich nämlich deutlich schwerer von Kriminellen manipulieren. Und gewöhnt euch außerdem an, eure PIN-Eingabe mit der Hand zum Schutz vor Kameras zu verdecken, wie sie versteckt selbst schon in Fake-Rauchmeldern entdeckt worden sind.

Quelle: golem.de