Darf ein Arbeitgeber beim Vorstellungsgespräch nach dem Impfstatus fragen? – Während in der Corona-Pandemie eine allgemeine Impfpflicht hitzig diskutiert wird, kommt im März 2022 eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für alle Beschäftigten in der Gesundheits- und Pflegebranche.

Dass die Betroffenen dann einen Nachweis über eine Impfung oder eine ärztliche Befreiung von dieser vorlegen müssen, ist in diesem Fall nachvollziehbar. Aber wie schaut es eigentlich für alle Bewerberinnen und Bewerber aus? Müssen sie ab diesem Zeitpunkt dann etwa einen Impfnachweis bereits beim Bewerbungsgespräch vorlegen?

Impfnachweis beim Vorstellungsgespräch

Während etliche Ratgeber für Bewerbungsgespräche allerhand Tipps von Interview-Fragen bis hin zu den besten Outfits geben, wird mittlerweile eine neue Frage diskutiert: Ob Arbeitgeber künftig bereits beim Vorstellungsgespräch einen Impfnachweis verlangen dürfen. Die Antwort darauf lautet „Ja“ – und das ist sogar gesetzlich geregelt.

Dazu stellte der Fachanwalt für Arbeitsrecht Jürgen Markowski klar: „Der Nachweis ist die Voraussetzung, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überhaupt beschäftigen zu dürfen.“ Demnach hätten Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse, einen Nachweis über eine Impfung gegen das Corona-Virus von ihren Bewerberinnen und Bewerbern einzufordern.

Berechtigtes betriebliches Interesse

Zudem gilt, dass Arbeitgeber im Einstellungsverfahren alle thematischen Fragen stellen darf, wenn sie von einem berechtigten betrieblichen Interesse sind. Hierbei muss der Arbeitgeber allerdings auch den Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts bedenken. Bezüglich der Frage nach einem Impfnachweis, ist der Arbeitgeber durch die gesetzliche Regelung zum Schutz vor Covid-19 indes berechtigt.

Quelle: nordbayern.de/