Couragierter Einsatz: Unbekannter rettet Rollstuhlfahrerin am Bahnhof – Ein Unbekannter hat am Münchener Hauptbahnhof eine Rollstuhlfahrerin davor gerettet, ins Gleisbett zu stürzen. Ihr Gefährt hatte sich unglücklich zwischen dem Bahnsteig und der S-Bahn verkantet. Zwar wurde die Frau bei dem Vorfall verletzt, dank des couragierten Einsatzes des Mannes konnte Schlimmeres aber verhindert werden.

Die Polizei sucht nun nach dem Retter von Gleis 2

Laut der Bundespolizei (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/64017/4986846) hatte die 56-Jährige gegen 13 Uhr mehrfach versucht, rückwärts in die S8 Richtung Herrsching einzusteigen. Es wollte einfach nicht gelingen, und als sich dann die Türen schlossen und die Bahn losfuhr, geriet ein Rad des Rollstuhls zwischen Bahnsteig und Zug.

„In dieser Position eingeklemmt, fuhr die S-Bahn aus und schrammte dabei in beinahe voller Länge an der feststeckenden Rollstuhlfahrerin entlang“, heißt es in dem Polizeibericht.

Passanten wurden durch die Hilferufe der Frau auf die kritische Situation aufmerksam, woraufhin ein bislang unbekannter Mann der Frau zur Hilfe eilte und den Handlauf des Rollstuhls genau in dem Moment erwischte, als sich der Zug vom Rollstuhl löste.

Es gelang ihm, den gekippten Rollstuhl zu halten und damit zu verhindern, dass die Frau ins Gleisbett kippte, bis schließlich weitere Passanten dazukamen, um die 56-Jährige gemeinsam auf den Bahnsteig zurückzuziehen.

Die Frau wurde mit blutenden Verletzungen und einem Schock ins Krankenhaus gebracht. Bisher liegen keine näheren Informationen zu ihren Verletzungen vor.

Sowohl dem Treibhausführer als auch der Bahnsteigaufsicht war der Vorfall offenbar entgangen

Die Münchener Bundespolizei hat nun Ermittlungen wegen Gefährdung des Bahnverkehrs aufgenommen und sucht dazu nach den Personen, „die den Sturz der Rollstuhlfahrerin ins Gleis durch ihr geistesgegenwärtiges, schnelles und beherztes Eingreifen verhinderten“.

Insbesondere  nach dem Mann, der den Rollstuhl der Frau als erster gesichert und diese damit vor weiteren schweren Verletzungen bewahrt hatte.

Der Polizeibericht beschreibt den Retter folgendermaßen:

„Er trug ein schwarzes, auffälliges, weißes T-Shirt mit ‘Gas Monkey’-Druck auf Vorder- wie Rückseite sowie eine schwarze, lange Hose und hellgraue leichte Schuhe. Das Gesicht des ca. 25- bis 30-Jährigen war auf Mund und Nase mit einer weißen FFP2-Maske bedeckt. Neben kurzen, dunkeln Haaren hatte er eine große Tätowierung am rechten Arm.“

Der Mann wird gebeten, sich unter der Rufnummer 089/515550-1111 bei der Bundespolizeiinspektion München zu melden.

Quelle: presseportal.de