Corona-Krise: Staatsverschuldung auf Rekordniveau – Es ist ja kein Geheimnis, dass die öffentlichen Schulden Deutschlands schon immer immens hoch waren. Doch durch die Corona-Krise befindet sich die Staatsverschuldung mittlerweile auf Rekordniveau. Laut dem Statistischen Bundesamt beliefen sich die „Schulden des Öffentlichen Gesamthaushaltes im nicht-öffentlichen Bereich“ bis Ende 2020 auf schwindelerregende 2172,9 Milliarden Euro.

Im Detail setzt sich diese Summe aus allen Schulden zusammen, die Bund, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände sowie die Sozialversicherung beim nicht-öffentlichen Bereich zusammengetragen haben. Innerhalb eines Jahres stiegen nach den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts die Schulden um 14,4 Prozent oder, in Euro ausgedrückt, um 273,8 Milliarden Euro.

Verschuldung von 26.141 Euro pro Kopf

Dadurch wurde der bisher höchste Wert in der Statistik erreicht, der jemals zum Ende eines Jahres erfasst wurde. Rechnet man die Gesamtschulden pro Kopf um, kommt man auf eine Verschuldung von 26.141 Euro – 2019 lagen sie noch bei 22.860 Euro pro Kopf. Der Anstieg der Staatsverschuldung auf ein Rekordniveau ist vor allem ein Ergebnis der Corona-Pandemie.

Vorrangig hervorgerufen durch Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen, wozu finanzielle Hilfspakete für Unternehmen oder Selbstständige zählen. Nun schlagen Politiker wie der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Christian Dürr Alarm. Dürr sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP:

Staatsfinanzen wieder auf solide Füße

„Wenn sich der Staat immer mehr verschuldet, kann das zu einer höheren Inflation führen.“ So sollte nach Dürr eines der Ziele der nächsten Bundesregierung sein, „die Staatsfinanzen wieder auf solide Füße zu stellen.“

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung sieht im Schuldenplus hingegen „ökonomisch keinen Grund zur Sorge“. Denn laut Dullien liegt das Verhältnis von Schulden zur jährlichen Wirtschaftsleistung „deutlich niedriger als nach der Finanzkrise 2012 und dürfte ab 2022 zügig abnehmen.“

Quelle: tagesschau.de