Corona-Krise: Kommt nun doch der Immunitäts-Pass? – Es wird viel debattiert dieser Tage, wenn es um die Immunität gegen das Corona-Virus geht. Bewiesen ist bislang nichts. Im Gegenteil, es mehren sich doch zunehmend Zweifel. Unter bestimmten Voraussetzungen zeigt sich die SPD offenbar dennoch für die Einführung eines Corona-Immunitätsnachweises offen.

Gegenüber der der Neuen Osnabrücker Zeitung betonte die stellvertretende Fraktionschefin und Gesundheitspolitikerin Bärbel Bas, dass auf das Virus getestete Menschen einen Anspruch auf einen solchen Nachweis hätten.

Allerdings dürfe ein solcher Ausweis nicht zu einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft von Menschen mit Immunität und solchen ohne“ führen.

Eine überraschende Kehrtwende, hatte doch der Generalsekretär der SPD, Lars Klingbeil, erst im Mai eine solche Immunitätsbescheinigung als „völlig kontraproduktiv“ betitelt und moniert „diejenigen zu belohnen, die sich angesteckt haben, weil sie sich nicht an die Abstandsregeln halten, und diejenigen zu bestrafen, die auf sich und Andere aufpassen“.

Bas indes weiß, dass eine Immunität noch nicht nachweisbar sei, und eine Immunität gegen das Virus noch nicht bescheinigt werden könne. 

„Wir wissen nicht, ob und wie lange jemand immun ist, bei dem Antikörper nachgewiesen werden können. Und wir wissen nicht sicher, ob man trotz Antikörpern infektiös sein kann.“

Eine diesbezüglich wissenschaftlich gesicherte Aussage sei laut der Gesundheitspolitikerin in der Zukunft aber unter Umständen möglich. Und damit auch ein Immunitätsausweis, solange dieser nicht dazu führe, dass Unterschiede bei den „Freiheits- oder Persönlichkeitsrechten“ gemacht werden.

Eine etwaige „Stigmatisierung“ oder gar Diskriminierung von Menschen dürfe es weder „aufgrund des Immunitätsstatus noch aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe geben“.

Zum Weiterlesen

Quelle: zeit.de