Es hält sich recht hartnäckig das Gerücht, dass der dauerhafte Konsum von Cannabis die Denkvorgänge stark verlangsamt. Und so bedienen sich auch unzählige Witze des Klischees, dass Kiffen blöde macht. Aber stimmt das überhaupt, oder haben wir es dabei lediglich mit einem weiteren haltlosen Vorurteil zu tun?

Um das herauszufinden, haben sich Experten der University of Pennsylvania die Mühe gemacht, 69 bereits veröffentlichte Studien, die sich mit der Intelligenz von Cannabis-Konsumenten befassen, miteinander zu vergleichen, um daraus ein allgemeingültiges Ergebnis abzuleiten. Insgesamt umfasste die Metastudie damit einen Probandenkreis aus 2152 Kiffern und 6575 Nicht-Kiffern mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren.

Das Ergebnis laut Dr. James Cobb Scott: „Unser Vergleich zeigte, dass die Cannabis-Konsumenten im Denken geringfügig weniger leistungsfähig waren.“

Das würde ja eigentlich bedeuten: Mythos bestätigt. Doch es folgt ein großes Aber:

„Bei Studien, die eine Cannabis-Abstinenz von 72 Stunden erforderten, war dies nicht mehr der Fall.“

Siehe da, im Zuge der Cannabis-Pause regenerierte sich die kognitive Leistungsfähigkeit der Teilnehmer wieder vollständig und sie schnitten bei den IQ-Tests nicht schlechter ab als Nicht-Kiffer.

Das wirft natürlich die Frage auf, weshalb so viele vorherige Studien eine verminderte Denkfähigkeit von Jugendlichen festgestellt haben wollten. So hatte zuletzt eine im September vergangenen Jahres veröffentlichte Langzeituntersuchung an Zwillingen gezeigt, dass Kiffer in IQ-Tests schlechter abschnitten.

Schaut man allerdings etwas genauer auf die Ergebnisse der Stichproben im Alter von 5, 12 und 18 Jahren, stellt man fest, dass die Cannabis konsumierenden Zwillinge schon im Kindesalter nicht gerade die hellsten Sterne am Firmament gewesen sind. Es gab von daher keine schlüssigen Hinweise darauf, dass Cannabis den IQ der Konsumenten in der Jugend senkte.

Die Schlussfolgerung der Experten: „Der familiäre Hintergrund war ein entscheidender Faktor dafür, dass Cannabis-Konsumenten schlechter in IQ-Tests abschnitten.“

Zusammenfassend lässt sich folglich feststellen, dass Kiffer tatsächlich tendenziell dümmer sind, dies jedoch nichts mit dem Gras zu tun hat. 

Ob das jedoch als Argument zur Ehrenrettung der Cannabis-Konsumenten taugt, sei einfach mal dahingestellt…