Um die Auswirkungen der Legalisierung von Cannabis einschätzen zu können, reicht ein Blick über den Tellerrand. Während in den Niederlanden diesbezüglich kaum Grund zur Klage besteht, ist seit dem 1. 1. 2014 auch im US-Bundesstaat Colorado der Verkauf und Besitz von Marihuana erlaubt. Eine Studie der dortigen Behörde für öffentliche Sicherheit hat nun ein erstes Fazit gezogen.

Das Ergebnis ist wieder mal Wasser auf den Mühlen derer, die sich gegen die Kriminalisierung des Rauschkrautes aussprechen. Zwar stieg der Konsum bei den 18- bis 25-Jährigen von 21 auf 31 Prozent und bei der Altersklasse darüber von 5 auf 12 Prozent, doch bei Teenagern blieb das Pensum unverändert. Zudem wurden immerhin um ein Prozent weniger bekiffte Autofahrer am Steuer erwischt.

Erwartungsgemäß stiegen auch die Steuereinnahmen beträchtlich an: Betrugen diese 2014 noch 76 Millionen US-Dollar, waren es 2015 bereits 135! Die Verantwortlichen dürfte neben dem Geldsegen vor allem freuen, dass das Resümee der Studie darin besteht, dass letztlich alles halb so wild ist. Katastrophen blieben aus, die Bevölkerung scheint verantwortungsbewusst mit der Droge umzugehen und auch sonst sind wohl alle sehr viel entspannter.

Abgesehen vielleicht von den 227 Menschen, die im Jahr nach der Legalisierung beim Giftnotruf anriefen, weil sie einen Zug zu viel genommen haben. Aber jeder fängt schließlich mal klein an!