Ob es einem nun gefällt oder nicht, die Legalisierung von Cannabis ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Aktuell hat die Stadt Münster einen Antrag für einen Modellversuch gestellt, im Zuge dessen für rund 100.000 Euro insgesamt zehn Kilogramm Cannabis gekauft werden soll, um es dann wiederum für lau an zufällig ermittelte Einwohner weiterzugeben. Ihr habt richtig gelesen, aber damit es auch wirklich ganz klar wird: 100 Münsteraner sollen ein Jahr lang kostenlos mit Cannabis versorgt werden. Zumindest wenn die zuständige Behörde mitspielt.

Die ganze Aktion soll im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie des Gesundheitsamtes stattfinden, deren Ziel es ist, erstmalig die Folgen einer kontrollierten Einnahme von Cannabis zu erfassen. Die Teilnehmer werden per Zufallsprinzip aus dem Einwohnermelderegister bestimmt. Zwar werden es am Ende 200 Personen im Alter von 21 bis 63 Jahren sein, doch nur die Hälfte davon erhält auch ein Jahr lang beim Gesundheitsamt bis zu zwei Gramm Cannabis pro Woche. Also insgesamt 100 Gramm pro Kopf. Sogar mit Beipackzettel.

Wer dealt, fliegt raus!

Allerdings gibt es eine Reihe an Auswahlkriterien zu erfüllen, bevor man vom Gesundheitsamt postalisch um Mitwirkung bei der Studie gebeten wird. Personen mit schwerwiegenden körperlichen oder psychischen Erkrankungen werden zum Beispiel nicht teilnehmen dürfen. Wer zudem während der Studie Cannabis weitergibt oder eine Straftat begeht, wird sofort ausgeschlossen.

Bevor es allerdings soweit ist, muss zunächst einmal das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dem Anliegen zustimmen. Der Antrag ist laut Gesundheitsamt schon auf dem Weg, doch es werden wohl Monate vergehen, bis überhaupt mit einer Antwort zu rechnen ist. Ob diese nun positiver oder negativer Natur sei, ist laut offiziellen Stimmen noch völlig ungewiss. Immerhin ist Münster erst die zweite Stadt, die einen entsprechenden Antrag stellt und Berlin war zuvor gescheitert.

Sollte es aber grünes Licht geben, muss der als nächstes der Rat über die Details der Studie abstimmen. Läuft auch dabei alles glatt, soll das Rauchkraut dann von der staatliche „Cannabisagentur“ bezogen werden. Blöd nur, dass diese noch gar nicht gegründet wurde.

Quelle: wn.de