Hoffnung für Schwerkranke, zumindest die Symptome ihrer Leiden in Zukunft lindern zu dürfen: Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kann der Anbau von Cannabis in Ausnahmefällen ausnahmsweise genehmigt werden. Die Instanz hat den Beklagten, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, angewiesen, eine Erlaubnis zu formulieren.

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Cannabis als therapeutisches Mittel ist seit längerem legal, was Abgabe und Einnahme betrifft. Mit dem Urteil, den Anbau für den therapeutischen Eigenbedarf nach Einholung einer Genehmigung zu legalisieren, wurde ein Präzedenzfall geschaffen. Das Gericht war aktiv geworden, weil ein schwer an multipler Sklerose erkrankter Patient nach gegen ihn geführten Strafverfahren wegen Eigenanbaus, die er für sich entscheiden konnte, endlich Klarheit wollte: ob er anbauen darf oder nicht.

Die Richter urteilten, dass der Eigenanbau „ausnahmsweise im öffentlichen Interesse“ liege, da keine anderen derart wirksamen und erschwinglichen Medikamente für den Patienten zur Verfügung stünden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für das Cannabis des Klägers nicht. Da dieser über ausreichende Erfahrungen bei der Eigendosierung der Droge verfügt und Missbrauch ausgeschlossen ist, wurden die Zweifel des Bundesinstituts, die vor allem auf Hygiene- und Schädlingsfragen abzielten, abgewiesen.

Im Sinne der lindernden Medizin ist das Urteil somit ein Erfolg. Nun könnten laut Tagesspiegel tausende Anträge zum Anbau für Eigenbedarf auf das Institut für Arzneimittel und Medizinprodukte zukommen. Allerdings werkelt man im Gesundheitsministerium an einem Entwurf, bei dem die Krankenkassen für therapeutisches Cannabis in Zukunft aufkommen.