Die Gerstenkaltschale. Vermutlich des deutschen Mannes liebstes Gut, je nach Vorlieben irgendwo zwischen seinem Wagen/Motorrad, dem Fußball und der Damenwelt anzusiedeln. Aber nu mal Butter bei die Fische: Welches Bundesland liegt denn jetzt beim Verbrauch des köstlichen Nass vorne? Wer hat den höchsten Bierverbrauch?

Die Antwort fällt nicht so einfach aus, wie man vermuten möchte. Wer jetzt bereits „Bayern“ schreiend vor dem Rechner sitzt und sein blau-weißes Fähnchen schwenkt, darf direkt den Mund zumachen und zur Strafe ein Paulaner kippen gehen. Nein, die Sachen sind’s. Die trinkfesten Menschen dieses Bundeslandes liegen im Verbrauch satte (sitte?) 28 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt.

Reinhard zwanzig, Geschäftsführer des regionalen Brauereiverbandes, formulierte es gegenüber der 'Welt' so: „Bier braucht Heimat, und in Sachsen hat Bier definitiv eine Heimat gefunden.“ Immerhin, so Zwanzig, würden bereits drei Viertel des in Sachsen getrunkenen Gerstensaftes auch dort konsumiert. Somit kommen statistisch auf einen sächsischen Bürger 200 Liter hergestelltes Bier pro Jahr. Zwanzig freut das: „Damit sind wir bei der Pro-Kopf-Produktion die Nummer eins in Deutschland, noch vor Bayern und Nordrhein-Westfalen.“

Verwundern dürfte das die Sachsen selbst nicht: Ihre Brauereiproduktion ist weiter auf dem Vormarsch, kleine Hausbrauereien schießen dort wie Pilze aus dem Boden. Das Brauereisterben in dem Bundesland hat damit definitiv ein Ende. Und das ist schließlich ein Trend, von dem wir alle profitieren …