Was gibt es Schöneres, als ein kühles Blondes? Richtig, nichts. Doch der Strom an wenig beruhigenden Nachrichten für Liebhaber der gepflegten Gerstenkaltschale und vor allem für deren Hersteller reißt nicht ab.  

Denn unser Pro-Kopf-Verbrauch des güldenen Getränks geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Das tut den Produktionszahlen aber keinen Abbruch, wie der aktuelle „Barth“-Bericht zeigt. Demnach wurden 2014 beinahe 96 Millionen Liter Bier hergestellt – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Und wir liegen europaweit mit einer Menge Nasen vorn.

Großbritannien bringt es im Vergleich gerade mal auf 41,2 Millionen Liter, Polen nur auf knapp 40 und die Spanier liegen abgeschlagen mit 33 Millionen Litern auf Platz 3. Beim Weltrang jedoch belegt Deutschland nur den vierten Platz: Hier haben China, die USA und Brasilien die Hosen an – mit Zahlen, die wiederum die der deutschen Brauereien ziemlich alt aussehen lassen. So bringen es China und die USA auf einen Ausstoß von atemberaubenden 492 beziehungsweise 226 Millionen Litern.  

Da verwundert es wenig, dass unter den vierzig größten Brauereien der Welt auch „nur“ sechs Unternehmen sind, darunter Radeberger und, was manchen überraschen mag, Oettinger.
Allgemein sind die Produktionszahlen also gut, aber der weltweite Verbrauch geht ebenso zurück wie die deutschen Absatzzahlen, was mit Unruhen, Seuchen und globalen Krisen im Allgemeinen begründet wird. Zuletzt wurden solche Rückgänge des Weltausstoßes nur 1982 und 1994 verzeichnet. So soll unter anderem laut Barth-Bericht Ebola ein nicht unwesentlicher Faktor sein.

2014 war mit seinem Wachstum von 1% also noch immer ein gutes Jahr für die Brauereien, doch die Zahlen für die ersten beiden Quartale 2015 sollen hingegen eine mittelschwere Katastrophe darstellen. Hier ist ein Absatzeinbruch von 3,5 Prozent zu verzeichnen. So offenbarte man zum Beispiel bei Veltins rückläufige Geschäftszahlen für den eigentlich beliebten Biermix V+, auch Warsteiner kämpft mit Einbrüchen von 7,7 % bei seinem Pils. Lediglich bei Krombacher sieht die Sache anders aus, dort blieben die Verkaufszahlen beinahe konstant.     

Die Zukunft könnte beim Craft-Beer liegen, viele der traditionellen Brauereien haben einige solcher Spezialbiere aus kleinerer Fertigung in ihre Produktpaletten übernommen. Doch Craft-Beer-Kenner stehen einer derartigen Entwicklung wohl skeptisch gegenüber, widerspricht solches in Handwerkstradition gebrautes Bier, das plötzlich von Großbrauereien vertrieben wird, doch dem, wofür der Begriff eigentlich steht.