Die EM ist vorbei und was bleibt außer geplatzten Träumen? Ein riesiger Haufen Restbestände an Bier! Und eben dieser sorgt derzeit für Wirbel im Getränkemarkt. Denn in 2.150 Penny-Filialen werden die übriggebliebenen Dosen „Anstoßbier“ aus dem EM-Sortiment zu einem beispiellos niedrigen Preis förmlich verramscht! Läppische 11 Cent für den halben Liter! Oder 1,99 für das 9-Liter-Gebinde mit 18 Dosen. So günstig war Bier seit 20 Jahren nicht mehr.

Rein rechnerisch bleibt dem Discounter dabei nicht nur kein Gewinn, er muss laut dem Branchen-Magazin Inside sogar noch draufzahlen.
„Abzüglich Mehrwert- und Biersteuer bleiben noch knapp fünf Cent, das reicht noch nicht mal für die Dose, geschweige denn für Inhalt, Abfüllung, Logistik, Handling.“

„Helles für Helden – powered by Turmbräu“ steht auf der Dose des Bieres mit 5,2 Prozent Alkoholgehalt, welches von der Dresdner Feldschlösschen-Brauerei hergestellt wird. Doch als Heldentat wird der offensive Preiskampf von Experten nicht gedeutet.

„Wir erleben einen ruinösen Preiskampf“, klagt der Geschäftsführende Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels, Günther Guder, und führt aus: „Laut Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung gingen 2015 77 Prozent aller Biere unter Normalpreis weg. Die Niedrigpreise schaden dem Bier als Marke.“

Und tatsächlich: Sogar Premium-Marken wie Beck’s und Warsteiner haben vielerorts bereits die magische 10-Euro-Grenze für einen Kasten Bier unterschritten. Oettinger, das über zehn Jahre am meisten getrunkene Bier, gibt es auch mal für 5,49 Euro pro Kasten.

Dafür kann sich die deutsche Gerstensaft-Industrie aber immerhin über wachsende Exporte, eine ordentliche EM-Bilanz und steigende Absätze bei alkoholfreien Bieren freuen. Ob das die Ente am Ende wieder fett macht, wird sich zeigen.