Es war einmal vor langer, langer Zeit, da hielt ein Australier den Weltrekord im Maßkrugtragen. Ausgerechnet ein Australier, und das, wo so eine Maß Bier doch sozusagen das Wappentier der Süddeutschen ist. Also dachte sich ein tapferer Landsmann: „Dieser Weltrekord gehört ganz klar nach Bayern“ – und machte sich auf, seinen Gegner zur Strecke zu bringen.

Der wackere Bayer trainierte fleißig und lange, bis es ihm dann endlich gelang, den Australier zu übertrumpfen. Und so steht es auch heute noch im großen Buch der Rekorde geschrieben, dass Oliver Strümpfle anno 2010 ganze 21 Krüge trug. Doch sehet, es ist dem Manne nicht genug. Jahr um Jahr wurden es auf dem Volksfest Gillamoos mehr Krüge, doch war weit und breit kein Notar in Sicht, um dies zu beglaubigen.

Dennoch eilte sein Ruf dem tapferen Niederbayern voraus, auf dass andere Recken ihm nachzueifern trachteten. Doch auch dem tollkühnen Tiroler Thomas Seiwald, der ganze 26 Krüge zu tragen vermochte, gebot der 42-jährige Strümpfel jüngst Einhalt. 27 Krüge, das Volk kann es bezeugen, und doch wieder kein Notar. Immerhin wusste ein Reisender aus dem fernen England diese Heldentat zu dokumentieren, und trägt die frohe Kunde seither hinaus in die Welt.

Und die Moral von der Geschicht': Wenn überhaupt ist es ein Bayer, der den Rekord im Maßkrugtragen bricht, ob nun ein Notar da ist, oder auch nicht!

Quelle: Süddeutsche