Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass ein „alkoholfreies“ Bier nicht unbedingt hält, was es verspricht. Bis auf wenige Ausnahmen enthalten die meisten der entsprechend beworbenen Produkte eine gewisse Menge an Restalkohol. Ein Umstand, der auf Druck des Bundesverbands der Verbraucherzentralen 2014 zu einer vereinbarten Kennzeichnung führte.

Wie der Deutsche Brauer-Bund nun mitteilte, sei diese nach zwei Jahren auf breiter Front umgesetzt worden. Dennoch dominiert das Wort „alkoholfrei“ die Flaschen und führt Käufer damit weiterhin in die Irre, während sich der Alkoholgehalt in Form von Hinweisen wie „Alc.

Experten des gemeinnützigen Vereins Foodwatch sehen Biertrinker getäuscht, suggeriert „alkoholfrei“ doch, dass keinerlei Alkohol drin sei. Ein versteckter, winziger Aufdruck helfe da nicht. Die Organisation fordert von daher klare Bezeichnungen wie „alkoholarm“. Entsprechende Vorbilder finde man zum Beispiel in Großbritannien.

Verbraucherzentralen zufolge habe sich die Kennzeichnung sehr gut durchgesetzt. Zwar seien die Angaben widersprüchlich, aber immerhin ein Kompromiss. Sollte sich zeigen, dass die Unklarheit beim Kunden bleibt, werde man wieder auf die Brauer zugehen. Na dann …

Diese halten indes dagegen, dass der Restalkoholgehalt so gering sei, dass er keinen nachweisbaren Einfluss auf die Konsumenten habe.
Und warum wird nicht einfach ganz auf Alkohol verzichtet? Die Antwort:
Ein physiologisch unwirksamer Rest Alkohol bleibt zur geschmacklichen Abrundung auch im alkoholfreien Bier.