Preisabsprachen in der Wirtschaft sind illegal. Wenn es dennoch dazu kommt, wird das Bundeskartellamt tätig. Die Strafen können Beträge in Millionenhöhe umfassen. Angeblich sollen aber in Deutschland unter Bierkonzernen bereits seit fast 20 Jahren illegale Preisabsprachen an der Tagesordnung sein. Ein wahres Bierkartell. Einige der nun publik gewordenen Preisabsprachen sollen dabei jedoch lediglich „die Spitze des Eisberges“ darstellen.

Viktor Kuhl, Vertriebschef der Großbrauerei Veltins, sagte bei seiner Vernehmung am 31. Januar 2013 selbst aus, dass Bierpreiserhöhungen stets nach folgendem Muster gestrickt würden: „Die Premium-Marken haben sich als Nebenthema zu einem Treffen (Fasspfand, Marke und Verpackung etc.) oder telefonisch über eine Bierpreiserhöhung abgestimmt."

Die Pläne wurden an mittlere und kleine Produzenten weitergegeben und „dann ist es oftmals zu einer branchenweiten Bierpreiserhöhung gekommen.“

Laut Focus gab die Bitburger-Gruppe eine ähnliche Aussage ab. Elf Brauereien sowie die Spitzen des Brauereiverbandes NRW werden vom Kartellamt beschuldigt, Preisabsprachen durchgeführt zu haben. Bisher war nur bekannt, dass die großen Bierkonzerne sich in den Jahren 2006 und 2008 bei Flaschen- und Fassbierpreisen abgesprochen haben sollen.

In dem mehr als 100 Seiten umfassenden Ermittlungsbericht der Kartellbehörden scheint es allerdings um mehr als die Preisabsprachen von 2006 und 2008 zu gehen. In diesem Sinne: Prost!