Seit 2003 führt die Unesco offiziell eine Liste über immaterielles Kulturerbe. Dort werden schützenswerte Kulturerrungenschaften gesammelt, wie etwa einzigartige Rituale, Kunstfertigkeiten, Essenstraditionen oder Tänze und Gesänge.

Während sich die Franzosen bereits ihre gesamte Esskultur haben sichern lassen, die Türken ihren Kaffee und die Chinesen ihre Kalligraphie, haben die Deutschen noch nicht einen einzigen Eintrag! Das soll sich ändern, dank Brot und Bier!

Natürlich haben auch andere Länder diese beiden lebenswichtigen Nahrungsmittel für sich entdeckt, doch unsere Back- und Braukunst ist international einzigartig. Immerhin werden mehr als 3000 verschiedene Brotsorten in Deutschland hergestellt. Und was das Bier betrifft, zählen wir mit fünf Prozent globalem Marktanteil zwar nicht zu den größten Produzenten, dank des Reinheitsgebotes kann uns qualitativ jedoch kein anderes Land das Wasser reichen.

Was nun letztlich auf der werbewirksamen Unesco-Liste landet, entscheidet sich frühestens 2017, da sich die Aufnahmeverfahren äußerst langwierig gestalten und die Konkurrenz groß ist. Auch der Chorgesang und die mündliche Erzähltradition Graweredersch aus Hessen haben sich beworben. Wenn man ins Volk horcht, ist mit einem Umfrageergebnis von 79 Prozent jedoch recht klar, was die Deutschen gerne auf der Liste hätten: ihr flüssig Brot! Wie sollte es auch anders sein?