Es ist ein Albtraum, mit dem auch viele berühmt-berüchtigte Horrorfilme spielen: eine Home-Invasion. Plötzlich sind Fremde in dem Raum, in dem man mit seiner Familie lebt und sich sicher fühlt. Sie sind schwer bewaffnet, bedrohen die Menschen, die man liebt. Genauso erging es auch David Pugh und seinen Lieben – plötzlich standen maskierte Typen in seinem Heim, bewaffnet mit Macheten, Baseball- und Golfschlägern. Was die Täter nicht wussten: Pugh ist voll ausgebildeter Fan der israelischen Kampftechnik Krav Maga…

Als die Täter auf Davids 17 Jahre alten Sohn und dessen 20 Wochen alten Welpen losgingen, sah der 55-Jährige Krav-Maga-Enthusiast keineswegs rot, sondern wurde eiskalt und überließ seinen durch jahrelanges Training geschulten Instinkten das Ruder. Es begann damit, dass Pugh um drei Uhr morgens „einen wirklich lauten Knall“ zu hören glaubte. Als er nach dem Rechten sah, weil er dachte, sein Rottweiler-Welpe hätte irgendetwas umgestoßen und so den Lärm verursacht, erblickte er die Tätergruppe, die gerade die Verandatür eingeschlagen hatte. Die Täten waren dabei, Davids Sohn und dessen Freundin zu attackieren.

„Wo ist das Geld?!“

Immer wieder brüllten die Männer „Wo ist das Geld? Gib uns dein Geld!“ Auch auf den Welpen prügelten sie ein, bis dieser vor Schmerz die Flucht ergriff.  David ging auf sie los, um seinem Sohn und dem Tier zur Hilfe zu kommen. Ein brutaler Kampf brach aus, den Pugh durch seine Kampfkünste bis zur Flucht der Täter für sich entscheiden konnte. Die eintreffende Polizei war über den Grad der Gewalt, mit dem die Täter gegen die Familie vorgegangen waren, schockiert. David selbst wurde bei dem Vorfall übel zugerichtet, die Täter verletzten sein Gesicht und brachen seine Nase – doch genützt haben ihnen weder ihre Übermacht noch ihre Waffen:

Nach eigenen Angaben setzte der 55-jährige Verkäufer jede Menge improvisierte Waffen und Wurfgeschosse ein, während er selbst „unzählige Platzwunden am Kopf“ erlitt und den Kampf nach wenigen Sekunden bereits blutüberströmt focht. „Mir wurde irgendwann schwindelig. Ich bekam eine ganze Menge Treffer am Kopf ab“, so Pugh gegenüber der BBC. Die Täter konnten keine Beute an sich bringen und mussten fliehen. Pugh zufolge hatten sie „ihre Hausaufgaben gemacht“ – sie hatten es vermieden, irgendwo vor den Kameras der städtischen Wohnüberwachung aufzutauchen oder ihre Gesichter zu zeigen.

Sein heldenhafter Kampf gegen eine solche Übermacht hat Pughs Sohn, dessen Freundin und den Hund gerettet, aber der häusliche Friede ist dahin: „Im ganzen Haus hängt jetzt ein schreckliches Gefühl in der Luft. Alles ging so schnell“, kommentierte David. Auch der kleine Hund befindet sich seitdem in Behandlung, er hatte einen schlimmen Schnitt davongetragen und leidet seitdem unter einer schweren Lungenentzündung. Nach den Tätern wird weiterhin gefahndet. Man möchte sich gar nicht ausmalen, was noch geschehen wäre, wäre der 55-Jährige nicht in der effektiven Kampftechnik des israelischen Militärs bewandert gewesen.

Quelle: bbc.com