Besitzer nicht zuhause: Nachbarn löschen geistesgegenwärtig Balkonbrand – Wo Flammen wüten, selbst wenn sie nur kleine Zungen sein mögen, da muss rasch und geistesgegenwärtig gehandelt werden, bevor Leben oder Besitz zu Schaden kommen können. Kein Wunder also, dass Feuerwehrleute ständig trainieren und mit ihrer Ausbildung der Geißel des Prometheus an den Kragen gehen. Besser noch, wenn sie gar nicht erst anrücken müssen – so wie in diesem Fall.

In vielen Gesellschaften kam es mit zunehmendem historischen Wandel hin zum Stadtleben zu einer anderen Art, mit Feuer umzugehen, als dies bis dato der Fall gewesen war: Insbesondere im europäischen Mittelalter und der Renaissance, Perioden, in denen Gebäude aus teils enorm brennbaren Materialien errichtet wurden, warteten auf Menschen, die das Feuer nicht ernstnahmen, drakonische Strafen.

Geistesgegenwärtiger Eimereinsatz

Die Stadtmenschen des frühen Bürgertums waren stets angehalten, auf Kerzen und offene Herde achtzugeben, wurde ein Stadtbewohner oder Gast gar beim Zündeln ertappt und entpuppte sich als Brandstifter, kannte die Justiz kein Mitleid. Denn ein Feuer konnte in einer Stadt aus Fachwerkhäusern, Pechbalken und mit Talg und Mehl gefüllten Speichern und Kontoren den Tod und das Existenzende für jeden Einwohner bedeuten.

Daher gaben die Leute auch sehr gut auf den jeweiligen Besitz, auch der anderen, Acht. Das hat sich in vielen Teilen der Welt bis heute bewahrt und ist wohl auch nicht das Schlechteste, wie dieses Beispiel eindringlich zeigt: Einer der Einwohner eines Mietshauses ist nicht daheim, als auf seinem Balkon aus bis dato ungeklärten Gründen ein Brand ausbricht. Gut, dass die Anrainer dies mitbekommen und ebenso rasch wie geistesgegenwärtig reagieren.

Gelebte Nachbarschaftshilfe mit dem Wassereimer.