Bei der Erst-Erkundung eines Tiefseegrabens: Forscher stößt auf Plastikmüll – Nicht nur der Weltraum, auch unser Planet hält nach wie vor dunkle und geheime Orte bereit, welche die Fantasie der Wissenschaftler und Geschichtenerzähler anregen. Toll: Wenn man als Forscher einen Traum wahr machen und einen solchen Ort besuchen kann. Weniger schön: Wenn einen dort bereits menschengemachter Müll begrüßt, obwohl noch nie wer dort war.

Beim ersten Besuch im dritttiefsten Meeresbereich unseres Planeten stieß Dr. Deo Florence nämlich auf Plastik: 

Im Emdentief, der Teil des Philippinengrabens ist, um präzise zu sein. Bis vor ein paar Monaten vor dieser Mitteilung hatte noch nie ein Mensch zuvor diesen Bereich im westlichen Teil des Pazifischen Ozeans erkundet.

Tiefe: 10.400 Meter

Der 33-jährige Dr. Onda arbeitet am Institut für Meereswissenschaften der Universität der Philippinen. Im März 2021 unternahm er einen Tauchgang mit dem Texaner Victor Vescovo, ein Forscher und Abenteurer, der unlängst etliche Weltrekorde mit einer aufsehenerregenden Mission brach – Vescovo ist mit einem neuartigen Tauchboot in fünf Ozeanen in die tiefsten Tiefen vorgedrungen.

Gegenüber „Channel News Asia“ berichtete Dr. Onda von der Mission und dem Fund während der zwölfstündigen Mission:

„Wenn man sich den Philippinengraben anschaut, war die erste Beschreibung in den 1950er Jahren und dann erfolgte eine detailliertere in den 1970er Jahren. Die Technologie war damals noch nicht so gut oder genau. Es war eine Gelegenheit für uns: Zu sehen, was dort unten passiert, was noch nie jemand zuvor gesehen hat.“

Täglich landen laut der Organisation „Surfers against Sewage“ acht Millionen Plastikobjekte im Meer, der Abfall in den Ozeanen besteht zu 80 Prozent aus dem Material.

Onda erläuterte seine Sorgen wegen der Verschmutzung unserer Weltmeere durch Kunststoff, die wir hier als volles Zitat für sich stehen lassen:

„Es gab eine lustige Szene, als wir das Gebiet erkundeten. Da war ein weißes Material, das herumschwamm.“

„Ich sagte: 'Victor, das ist eine Qualle.' Wir näherten uns dem Ding und es war nur Plastik.“

„Das einzig Ungewöhnliche dort war der Müll. Es war jede Menge davon in dem Graben. Es gab viel Plastik, eine Hose, ein Hemd, einen Teddybären, Verpackungen und eine Menge Plastiktüten. Selbst ich habe das nicht erwartet, und ich forsche über Kunststoffe.“

„Es zum ersten Mal zu sehen, war ein Privileg für mich als Mensch, stellvertretend für 106 Millionen Filipinos und Milliarden von Menschen auf der Welt.“

„Aber Zeuge des Ausmaßes der Verschmutzung, der Schwere des Plastikproblems von der Oberfläche bis zum Grund des Ozeans zu sein, ist eine andere Sache. Es wird zu meiner Verantwortung, den Menschen zu sagen, dass ihr Müll nicht dortbleibt, wo sie ihn abladen. Er landet woanders und er versinkt.“

Quelle: unilad.co.uk