Bargeldabhebung vor dem Ende? Sparkassen stellen Pläne vor – Es findet ein Strukturwandel statt, was das Bezahlverhalten der Menschen betrifft. Methoden des digitalen Bezahlens rücken in den Mittelpunkt. So machten wiederkehrende Berichte die Runde, dass die Perspektive auf das Bargeld sich ändere, manche sprechen gar vom Aus für harte Währung aus der Hosentasche. Die Sparkassen beziehen Stellung dazu.

Dabei ist das Bargeld wohl bei etlichen Deutschen gefragt, doch während der Corona-Krise haben das bargeldlose Bezahlen sowie Käufe auf digitalem Wege enorm an Beliebtheit zugelegt. Auch die Sparkassen scheinen den Trend erkannt zu haben, digitalisieren zunehmend, wie etwa „Ruhr24“ berichtet. So kann man an einigen Geldautomaten nun mit dem Handy statt mit der EC-Karte Bargeld ziehen. Die Trendwende wirft bei den Bürgern Fragen auf: Ist das Ende des Bargelds gekommen, bleiben die Schalter bald leer?

Nun haben sich die Sparkassen geäußert:

Wie „Ruhr24“ unter Berufung auf „kreiszeitung.de“ berichtet, wollen die Sparkassen an Auszahlungen festhalten. Anders soll es bei der Deutschen Bank aussehen: Diese ließ durchschimmern, dass die Bargeldausgabe in vielen Filialen langfristig eingestellt werden könnte. Stattdessen will man dem Geldinstitut zufolge den Dienst nur noch in einigen großen Zentren sowie am Geldautomaten anbieten. Kunden von Banken und Sparkassen fragen sich wohl nicht zuletzt deshalb, ob das Ende des Bargelds für sie gekommen sein könnte.

Das „Handelsblatt“ hakte direkt bei den Sparkassen nach und erhielt Antworten, welche Personen, die dem digitalen Bezahlen eher skeptisch gegenüberstehen, etwas Ruhe schenken dürften. So betonten die Institute, dass Geldautomaten ohnehin nicht zur Debatte stehen – sie wird nur über Auszahlungen am Schalter geführt. Die Sparkasse Köln vermeldete dem „Handelsblatt“ etwa:

„In allen 116 Filialen haben Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, über die Kasse Geld abzuheben.“

Auch die Hamburger Sparkasse kommentierte, erläuterte, dass man das Angebot nicht einschränken möchte. Ähnlich lautete wohl der Tenor aus Niedersachsen, denn „Ruhr24“ berichtet, dass wohl auch Kunden aus dem Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil beruhigt sein dürften: Das Portal erachtet es als unwahrscheinlich, dass niedersächsische Bankfilialen einen gänzlich gegensätzlichen Kurs einschlagen könnten. Bei den Sparkassen gibt es also kein Bargeld-Aus – weder am Schalter noch am Automaten.

Dennoch ist erkennbar, dass der klassische Bankschalter zunehmend weniger für die Abholung von Bargeld genutzt wird – wohl die meisten Kunden zieht es zum Geldautomaten. Ein Eindruck, der sich durch eine Erklärung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) bestätigt. Im „Handelsblatt“ erläuterte der Verband, dass an Schaltern insbesondere höhere Geldbeträge oder spezielles Bargeld, etwa aus anderen Ländern, abgehoben werden.

Der Verband wörtlich:

„Er wird insbesondere dann, wenn Sorten oder größere Geldbeträge benötigt werden, in Anspruch genommen.“ Zwar kommt es seit Anfang letzter Woche durch einen Streik von Arbeitnehmern der Geld- und Wertbranche für einige Tage zu einem Bargeld-Engpass an manchen Geldautomaten, die Gewerkschaft ver.di rechnet damit, dass dies bis zum Wochenende anhalten könnte. Aber ein dauerhaftes Bargeld-Aus droht laut dem Artikel von „Ruhr24“ nicht.

Kunden der Sparkassen können demnach perspektivisch auch weiterhin Bargeld an Schaltern und Automaten erhalten, ob sie Ersteren nur in Ausnahmefällen aufsuchen oder nicht.

Quelle: Ruhr24