Die Grundlagen unseres sozialen Wesens werden in der Kindheit gelegt und in der Jugend gefestigt. In welche Richtung das Pendel unseres Gemüts dabei ausschlägt, hängt maßgeblich mit den Umständen zusammen, unter denen wir aufwachsen. Natürlich ist nichts vorhersehbar, und jeder kennt den Sturm im Wasserglas, den man Pubertät nennt. Wir lehnen uns aber sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass ein wertschätzendes soziales Umfeld einen positiven Lebensweg begünstigt. Wird ein Kind in der Schule allerdings gemobbt, sind oft selbst die liebevollsten Eltern machtlos.

Das Problem steht mittlerweile zwar auf der öffentlichen Agenda, eine generelle Formel zu Lösung ist jedoch nur schwer zu formulieren. Denn – seht uns die schmutzige Ausdrucksweise an dieser Stelle bitte nach – aus Arschlöchern kommt nun mal Scheiße. Das war immer so, und wird immer so sein. Zumal das Bestrafen eines Täters oft nur noch mehr Repressalien nach sich zieht. Von daher sollte das vorrangige Ziel sein, die Opfer zu stärken. Und wer könnte das besser als eine Biker-Gang?

Hilfe!

Phil William Mick aus dem amerikanischen Auburn ist ein solches Opfer. Bereits seit der zweiten Klasse ist sein schulischer Alltag von seelischen Grausamkeiten seitens seiner Mitschüler geprägt und in den darauf folgenden vier Jahren wurde es immer schlimmer. Was derlei Qualen über einen so langen Zeitraum hinweg in einem Kind anrichten, kann man als Außenstehender allenfalls vermuten.

Phil ist allerdings sehr viel stärker, als die ganzen Giftzwerge an seiner Schule vermutet haben. Und so kam schließlich der Punkt, an dem er nicht länger bereit war, die Rolle des Opfers weiter zu ertragen. Anlässlich des Wechsels auf die Middle School tat Phil das einzig Richtige: Er holte sich Hilfe.

Und die wurde ihm am ersten Schultag in Form einer 50 Mann starken Biker-Eskorte der „United Motorcycle Enthusiasts“ zuteil. Damit sollte nun aber gewiss kein bedrohliches Umfeld geschaffen werden. Ganz im Gegenteil. Die großherzigen Kuttenträger haben sich der Wohltätigkeit verschrieben und nahmen sich Zeit, mit den Kids über Mobbing zu reden. Mit großem Erfolg, wie der sichtlich aufgeblühte Phil, sich zu berichten freut. Viele der Kinder wollen nun mit ihm befreundet sein, und einen besseren Schutzschild gegen Mobbing gibt es nicht.

Und wenn seine neuen Schulfreunde mal keine Zeit haben sollten, kann Phil ja noch immer mit seiner neuen Gang eine Runde um die Häuser drehen.